Wirtschaft : Export verliert 2005 an Schwung

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Berlin Die deutsche Exportwirtschaft läuft auf Hochtouren. Für das Jahr 2004 rechnet der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit einem Exportwachstum von neun Prozent. Im Jahr 2005 werde sich das Ausfuhrplus nur leicht auf sechs Prozent abschwächen. „Die Stimmung ist bestens“, sagte der Hauptgeschäftsführer des BDI, Ludolf von Wartenberg, am Dienstag in Berlin. Vor allem die Informations-, die Elektro- und die chemische Industrie würden ihre Ausfuhren steigern. Besonders nach China seien die Exporte überdurchschnittlich gewachsen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet hier für seine Branche mit einem Exportvolumen von 7,5 Milliarden Euro bis Ende 2004. Damit sei China für den Maschinen- und Anlagenbau bereits zum zweitwichtigsten Exportmarkt nach den USA geworden.

Trotz des starken Exportwachstums rechnet der BDI aber nicht mit einem nachhaltigen Aufschwung in Deutschland. Zwar dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 2,0 bis 2,5 Prozent zulegen, sagte von Wartenberg. Aber für Investitionen und damit für Beschäftigung in Deutschland könne die Außenwirtschaft nicht sorgen. Ein Grund sei der Import von Vorleistungen. Heute würden 40 Prozent der für die Exporte benötigten Vorleistungen im Ausland eingekauft. Zudem würden deutsche Unternehmen verstärkt im Ausland investieren. „Unsere Unternehmen folgen mit ihren Investitionen den Warenströmen“, sagte von Wartenberg.

Als Gefahr für die Exportwirtschaft nannte er die hohen Ölpreise. Auch mittelfristig würden sie sich bei ihrem aktuellen Stand einpendeln, schätzte er. In New York wird Rohöl derzeit für rund 50 US-Dollar je Barrel gehandelt. anw

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