Wirtschaft : Exporte wachsen langsamer

brö

Der Export, das wichtigste Standbein der deutschen Wirtschaft, wird 2001 und 2002 vermutlich weitaus geringer zulegen als in den Jahren zuvor. "Die Jahre der extrem hohen Exportzuwächse sind erst einmal vorbei", sagte Ludolf von Wartenberg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), am Dienstag in Berlin. In diesem Jahr werden die Ausfuhren nur noch um fünf, im kommenden Jahr um drei Prozent zunehmen, sagte er bei der Vorstellung der Herbstumfrage unter den BDI-Mitgliedsverbänden. Noch im vergangenen Jahr gab es bei den Exporten ein Plus von 13,2 Prozent.

Doch selbst diese Vorhersage könne Makulatur werden, wenn Unvorhergesehenes passiere - eine Verteuerung des Öls, eine starke Aufwertung des Euro, ein Terror-Anschlag oder eine schlechte Entwicklung in den USA, warnte von Wartenberg. Der BDI schätzt, dass das Wachstum in Deutschland dieses Jahr weniger als ein Prozent und kommendes Jahr bis zu 1,5 Prozent betragen wird. Ungeachtet ihrer nachlassenden Dynamik werde die deutsche Außenwirtschaft der wichtigste Konjunkturmotor bleiben. Ähnliches erwarten auch die führenden Wirtschaftsforscher sowie die Bundesregierung. Die Abkühlung des Klimas habe sich schon vor dem 11. September abgezeichnet, sagte von Wartenberg. Die Hoffnung auf eine Belebung im kommenden Jahr in Deutschland und der Welt begründete der BDI mit der Erwartung, dass die USA nach einer Rezession im zweiten Halbjahr 2002 eine Trendumkehr schaffen sollten.

Unterdessen berichtete die für den Exportsektor wichtige Maschinenbau-Branche von zurückgehenden Auftragseingängen im September. Um real 15 Prozent hätten die Bestellungen zuletzt abgenommen, teilte der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt (Main) mit. Im gesamten dritten Quartal betrug der Rückgang 14 Prozent gegenüber der gleichen Vorjahresperiode.

0 Kommentare

Neuester Kommentar