Exportkredite : Flugzeugbauer wollen Geld vom Staat

Die deutsche Luftfahrtindustrie fordert von der Regierung Mittel für Exportkredite nach französischem Vorbild. Diese Kredite sollen die Zulieferer retten.

Berlin - In Frankreich hat der Staat den Banken fünf Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Darauf hoffe er auch in Deutschland, sagte Airbus-Chef Tom Enders, zugleich Präsident des Dachverbandes BDLI, am Donnerstag in Berlin. Die Branche sei im Kern gesund. 2008 stieg der Umsatz um 12,4 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten erreichte mit 93 000 den Rekordwert von 1990. Trotz der Krise werden Fachkräfte gesucht, allein von Airbus 300 Ingenieure.

Doch nur der Militär- und der Raumfahrtbereich sind von der Konjunktur unabhängig und damit gesichert. Der Zivilflugzeugbau, auf den bisher zwei Drittel der Umsätze entfallen, steht vor Turbulenzen. „2009 und vielleicht mehr noch 2010 werden für die Branche schwierige Jahre“, sagte Enders. In engem Kontakt zu den Fluggesellschaften würden die Fertigungsraten tagesaktuell justiert. Bisher geht Airbus davon aus, in diesem Jahr 480 Flugzeuge auszuliefern, ebenso viele wie im Rekordjahr 2008. Mittelfristig rechnet Enders wieder mit einem Aufschwung und sieht keinen Grund, die Wachstumsprognosen zu korrigieren.

Vorerst gilt es jedoch, den aktuellen Bedarf der Fluglinien zu finanzieren. Derzeit haben selbst solide Gesellschaften trotz staatlicher Exportbürgschaften Probleme, Kredite zum Kauf benötigter Flugzeuge zu erhalten. Deshalb hat Frankreich den Banken fünf Milliarden Euro zur Gewährung verzinslicher Darlehen zur Verfügung gestellt. Paris hat auch einen Luftfahrtfonds mit Geld von Staat und Industrie realisiert. Dort hat sich Airbus mit 30 Millionen Euro beteiligt und wäre dazu auch in Deutschland bereit, sagte Enders.

Das Geld könnte helfen, kleine Zulieferer vor der Pleite zu bewahren. Diese müssen für ihre Beteiligung am Bau neuer Flugzeuge dreistellige Millionenbeträge vorstrecken, die sich erst nach zehn Jahren zu amortisieren begännen, sagte BDLI-Vize Rainer Ott. Auch hier tun sich die Banken bei der Bereitstellung von Kapital schwer. „Bereits 2009 müssen wir damit rechnen, wichtige kleine Unternehmen zu verlieren“, befürchtet Ott. du-

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