Wirtschaft : Exportüberschuß erneut auf Rekordniveau

BONN/LUXEMBURG (rtr).Das Exportjahr 1998 hat der deutschen Wirtschaft trotz der Bremskraft der Krisen in Asien, Rußland und Lateinamerika neue Rekorde gebracht.Bereits nach den Ergebnissen von elf Monaten steht fest, daß der bisherige Rekordüberschuß von 134,5 Mrd.DM aus dem Jahr 1989 übertroffen wird.Auch im Exportvolumen wird für 1998 eine neue Höchstmarke erreicht.Dies geht aus den jüngsten Außenhandelsdaten hervor, die das Statistische Bundesamt veröffentlichte.

Danach exportierte die deutsche Wirtschaft allein im Monat November Waren im Wert von 83,2 Mrd.DM (42,5 Mrd.Euro).Das waren knapp fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.Weil zugleich der Wert der Einfuhren aufgrund sinkender Importpreise um zwei Prozent auf 66,5 Mrd.DM zurückging, kletterte der Überschuß auf 16,7 (November 1997: 11,4) Mrd.DM.

"Das ist der höchste Exportüberschuß, der in der deutschen Handelsbilanz bisher in einem Monat erzielt worden ist", stellten die Statistiker fest.Als Stütze erwiesen sich die EU-Länder, die mehr als die Hälfte der deutschen Ausfuhren abnahmen.

Für die ersten elf Monate 1998 summieren sich die Ausfuhren auf 871,4 Mrd.DM.Weil die Einfuhren im Zeitraum Januar bis November lediglich um fünf Prozent auf 741,7 Mrd.DM zulegten, erhöhte sich der Handelsüberschuß auf 129,7 (104,5) Mrd.DM.

Auch der kräftig gestiegene Überschuß in der Handelsbilanz konnte die seit der deutschen Einheit negative Leistungsbilanz allerdings noch nicht ins Plus hieven.Sie steht für den Zeitraum Januar bis November mit 8,3 (Vorjahr: 17,1) Mrd.DM im Minus.

Die Industrieproduktion in Deutschland war im Herbst vergangenen Jahres rückläufig.Saisonbereinigt sei die Erzeugung des Produzierenden Gewerbes von Oktober auf November um 2,5 Prozent zurückgegangen, teilte das Bundesfinanzministerium mit.

Im Zweimonatsvergleich von Oktover/November gegenüber August/September weisen die vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes eine Abnahme um ein Prozent aus.Dabei führten die Energieversorger ihre Leistung um 6,5 Prozent zurück, während die Fördermenge des Bergbaus nahezu konstant blieb.Die Bauproduktion erhöhte sich zwar um 3,5 Prozent.Diese Zahl überzeichne aber die tatsächliche Entwicklung, weil sie wesentlich durch "statistisch- methodische Gründe" zustande gekommen sei, hieß es.Die Gesamterzeugung des Produzierenden Gewerbes verringerte sich in Westdeutschland um 1,5 Prozent und in den neuen Ländern um 2,5 Prozent.Im Verarbeitenden Gewerbe ging die Fertigung bundesweit um ein Prozent zurück.

Die Eurozone hat ihren Überschuß im Handel mit den anderen Ländern der Welt weiter ausgebaut und in den ersten neun Monaten des Jahres um 0,8 Mrd.auf 63,9 Mrd.Euro gesteigert.Dagegen ging der Handelsbilanzüberschuß in der Europäischen Union um 18,2 Milliarden auf 14,3 Milliarden Euro zurück, womit er sich mehr als halbierte.

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