Wirtschaft : EZB-Rat hat noch nicht alle Daten für eine Anhebung

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach überwiegender Einschätzung von Volkswirten trotz der deutlichen EZB-Warnungen vor Inflationsrisiken die Leitzinsen in der Euro-Zone am Donnerstag unverändert lassen. Allerdings rechnet eine starke Minderheit von immerhin 19 der 44 von Reuters befragten Analysten bereits jetzt mit einer Zinserhöhung. Dagegen spreche jedoch, dass der EZB-Rat vermutlich wichtige, am Monatsende zu veröffentlichende Preis-Indikatoren und das OPEC-Treffen am 27. März abwarten wolle, hieß es.

Zudem habe die EZB bislang immer nur bei Ratssitzungen mit anschließender Pressekonferenz die Zinsen verändert, um ihre Entscheidung zu begründen. Eine Pressekonferenz ist jedoch nicht für Donnerstag, sondern erst für die darauffolgende Ratssitzung am 30. März in Madrid angekündigt. 23 der 44 befragten Analysten rechnen daher weiterhin mit einer Anhebung der Leitzinsen am 30. März um 25 Basispunkte. "Für einen Zinsschritt am 30. März spricht, dass wohl kurz vorher die Inflationsrate und das Geldmengenwachstum für Februar in der Euro-Zone veröffentlicht werden. Die EZB hat dann einfach mehr Informationen als am kommenden Donnerstag", sagte Petra Köhler von der Dresdner Bank in Frankfurt.

Der neueste EZB-Monatsbericht habe allerdings sehr deutlich signalisiert, dass die Zentralbank mit einem Zinsschritt nicht mehr lange warten werde. In einer nach Ansicht von Analysten ungewöhnlich deutlichen Sprache hatte die EZB auf die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität in der Euro-Zone hingewiesen. Die Geldmenge wächst schneller als der Referenzwert und auch die weiter gestiegenen Ölpreise würden Druck auf die Preise ausüben.

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