Wirtschaft : Facebook: 50 Millionen für die Bank

Hamburg/Washington -LANDTAG NRW] Die Banken haben offenbar kräftig am Kursrutsch der Facebook-Aktie verdient. Allein das Bankhaus Morgan Stanley habe aus dem Börsengang (IPO) schätzungsweise mehr als 50 Millionen Euro Gewinn generiert, berichtete das „Manager Magazin“. Dies sei gelungen, indem Aktien nach dem Kurssturz des Sozialen Netzwerks billig zurückgekauft worden seien und dafür Gebühren fällig wurden. Dem Brokerhaus war laut dem Bericht in den ersten 30 Tagen nach dem Handelsdebüt von Facebook am 18. Mai die Aufgabe zugefallen, Aktien vom Markt zu kaufen, falls der Kurs unter den Ausgabepreis von 38 Dollar fallen sollte. Weil die Aktie tatsächlich stark eingebrochen sei, habe die Bank höchstwahrscheinlich alle 63 Millionen Zusatzaktien zurückerworben. Als leitender Konsortialführer habe Morgan Stanley 38,5 Prozent der angefallen Gebühren erhalten. LANDTAG NRW]

Nach einem kurzzeitigen Plus war das Papier schon am zweiten Handelstag massiv gefallen und verlor in den Wochen darauf in der Spitze 33 Prozent an Wert. Aktuell tendiert die Aktie rund 15 Prozent unter dem Ausgabekurs./LANDTAG NRW]

In den USA hat der verpatzte Börsengang eine Diskussion ausgelöst, ob der Erstverkauf von Aktien reformiert werden sollte. Politiker aus beiden politischen Lagern wollen die Stellung der Kleinanleger verbessern, die teils hohe Verluste erlitten hatten. Der Fall Facebook habe gezeigt, „dass der Prozess des Börsengangs erhebliche Mängel aufweist“, schreibt der republikanische Abgeordnete Darrell Issa in einem Brief an die US-Börsenaufsicht SEC. Das zugrunde liegende Gesetz von 1933 – der Securities Act – sei „überholt“.

Issa, der den Brief als Vorsitzender eines Kongressausschusses verfasst hat, bemängelte insbesondere, dass die beteiligten Banken den Preis faktisch diktieren könnten. Das sei gefährlich, weil es Interessenkonflikte gebe. Statt eines vorher festgelegten Verkaufspreises sei eine Auktion die bessere Wahl. Der Suchmaschinen-Betreiber Google hatte seine Aktien im Jahr 2004 mit einer sogenannten Holländischen Auktion unters Volk gebracht. Dabei geben Käufer und Verkäufer ihre Gebote verdeckt ab und es wird ein Preis errechnet, mit dem beide Seiten leben können. LANDTAG NRW]

Der Ausschussvorsitzende setzte SEC-Chefin Mary Shapiro eine Frist bis zum 3. Juli. Dann soll die Behörde Fragen beantworten und Verbesserungsvorschläge unterbreiten. /LANDTAG NRW]dapd/dpa

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