Wirtschaft : Facebook führt neue Regeln ein Datenschützer fordern Wahlfreiheit für Kunden

Berlin - Für das soziale Netzwerk Facebook gelten neue Nutzungsbedingungen: Der Internetkonzern führte sie ein, nachdem sich zu wenige Mitglieder an einer Abstimmung über die neuen Nutzungsregeln beteiligt hatten. Wie das Unternehmen mitteilte, gaben bis Freitag Abend lediglich etwa 343 000 der insgesamt mehr als 900 Millionen Nutzer – also rund 0,04 Prozent – ihre Stimme ab. Allerdings hätten rund 270 Millionen Mitglieder abstimmen müssen, damit das Votum von dem Konzern als verbindlich betrachtet worden wäre. Nun gilt es lediglich als „Ratschlag“ – obwohl von den rund 343 000 Teilnehmern knapp 300 000 für ein Beibehalten der alten Regeln und damit gegen die neuen stimmten.

In den neuen Bedingungen beschreibt Facebook genauer als bislang, was es mit den Daten seiner Nutzer macht. Der Konzern lässt sich dabei relativ weitgehende Rechte zur Verwertung von Statusmeldungen, Links, Fotos und privaten Nachrichten einräumen. Dabei geht es vor allem um personalisierte Werbung. Auch müssen die Nutzer Facebook das Recht einräumen, die Datenverwendung bei einer Weiterentwicklung des Angebots entsprechend zu erweitern. Daten- und Verbraucherschützer kritisierten, die neuen Bestimmungen brächten für Nutzer keine entscheidenden Verbesserungen. Sie forderten stattdessen von Facebook, dass User die besonders weitgehende Datenverwertung nicht mehr wie bislang ausdrücklich ablehnen müssen (Opt-out), sondern dass sich das Netzwerk aktiv die Zustimmung holen (Opt-in) solle. AFP

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