Wirtschaft : FAG Kugelfischer: Gegenangebot soll Übernahme verhindern

ro

Im Abwehrkampf gegen eine feindliche Übernahme durch die INA-Schaeffler-Gruppe will die Schweinfurter FAG Kugelfischer AG den Aktionären spätestens bis Mitte Oktober ein Gegenangebot vorgelegen. Dies könnte nach den Worten von Vorstandschef Uwe Loos entweder die Ausschüttung einer Sonderdividende sein oder eine gemeinsame Offerte mit einem Partner aus der Finanzwirtschaft oder der Industrie. Gespräche würden bereits mit Banken und Industrieunternehmen geführt. Details wollte Loos am Donnerstag nicht nennen. Das Angebot der INA von elf Euro je FAG-Aktie nannte er völlig unzureichend. Loos bat um Verständnis, dass FAG noch zwei bis drei Wochen brauche, um ein konkretes Angebot auf den Tisch legen zu können. INA habe die eigene Offerte schließlich über Monate vorbereitet. "Die haben einen hervorragenden Schlachtplan." Dabei sei der Konkurrent ausgezeichnet über FAG informiert gewesen. Loos hält es offenbar für möglich, dass dabei auch über die beiden ehemaligen Hausbanken, Dresdner Bank und Deutsche Bank, Informationen an den Konkurrenten geflossen sind. Beide Banken beraten jetzt INA. "Bei den Banken gibt es hervorragende Unterlagen über die FAG. Ob sie aus den Tresoren herausgeholt worden sind, weiß ich allerdings nicht."

Den feindlichen Übernahmeversuch von INA hält Loos für einen "unglaublichen" Vorgang. "Eine derart unfreundliche Attacke hätte ich von einem fast befreundeten Unternehmen nie erwartet." Der FAG-Chef bestätigte, dass sich die Kontrahenten am Montag beim bayerischen Wirtschaftsminister Otto Wiesheu getroffen hätten. Über den Inhalt des Gesprächs sei Stillschweigen vereinbart worden. Ein weiteres Treffen sei nicht geplant. Für eine Ablehnung der Offerte sprechen nach Ansicht des FAG-Managements inhaltliche Gründe. In diesem Jahr soll der Umsatz um rund zehn Prozent und das operative Ergebnis um 19,5 Prozent steigen. "Die FAG ist heute deutlich mehr wert als elf Euro", sagte Loos. Nach international gängigen Berechnungsmethoden liege der faire Wert zwischen 13 und 16 Euro pro AKtie. "Der von INA gebotene Kaufpreis ist so niedrig, dass er alleine aus den eigenen Finanzmittelüberschüssen unseres Unternehmens finanziert werden kann."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben