Wirtschaft : Fahnder in der Deutschen Bank

FRANKFURT (MAIN) (dpa).Die Staatsanwälte haben auf der Suche nach verschwundenen Steuermilliarden nun auch den Branchenführer Deutsche Bank ins Visier genommen.Mit insgesamt 300 Steuerfahndern haben die Ermittler am Montag die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt (Main) und Eschborn und Filialen in der Finanzmetropole sowie in Düsseldorf, Freiburg und Kassel durchsucht.Dies teilte der Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Job Tilmann, am Montag mit.

Nach Darstellung der Behörde besteht der Verdacht, daß Verantwortliche und Mitarbeiter des Branchenriesen Kunden bei der Steuerhinterziehung unterstützt haben.Es lägen Anhaltspunkte vor, daß den Kunden der anonyme Transfer von Vermögenswerten nach Luxemburg und der Schweiz ermöglicht wurde."Es entspricht den kriminalistischen Erfahrungen, daß die grenzüberschreitenden Vermögensanlagen dann den Verdacht der Steuerhinterziehung begründen, wenn die Anlage entgegen dem Grundsatz der Kontenwahrheit gezielt anonym oder unter Vermeidung des zutreffenden Kundennamens im inländischen Zahlungsverkehr getätigt werden", teilte die Staatsanwaltschaft mit.Die Bank habe zumindest in Kauf genommen, bei der Hinterziehung von Steuern Beihilfe zu leisten.

Zunächst geht es den Ermittlern darum, Kunden der Deutschen Bank zu identifizieren, die anonym Geld auf Konten in Luxemburg und der Schweiz überwiesen haben.Dabei wollen sie feststellen, ob die Kunden ihre Vermögenswerte und die daraus resultierenden Gewinne versteuert haben.Nach Angaben von Tilmann entstand der Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung durch Selbstanzeigen und durch andere Ermittlungsverfahren.

Die Deutsche Bank wollte zu den erhobenen Vorwürfen zunächst keine Angaben machen.Das Institut hat nach eigener Darstellung in kooperativer Weise Unterlagen herausgegeben, die aufgrund gerichtlicher Beschlüsse oder rechtlicher Befugnisse der Ermittlungsbehörden beschlagnahmt werden können.Zur Prüfung der Rechtmäßigkeit und des Umfanges der eingeleiteten Ermittlungsmaßnahmen hat die Bank hauseigene Juristen und externe Anwälte eingeschaltet.Mit dieser spektakulären Aktion haben die Steuerfahnder nun gegen fast alle Großbanken Ermittlungen wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingeleitet.

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