Wirtschaft : Fahrenheit 0/0

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Dass Michael Moores Film „Fahrenheit 9/11“ bei den OscarNominierungen, die am vergangenen Dienstag bekannt gegeben wurden, unberücksichtigt blieb, sollte keine Überraschung sein. Alle Mitglieder der Motion Picture Academy hatten es vorausgesehen. Es heißt, Moore habe den Bogen überspannt, weil er seinen Film aus der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ herausnahm, um ihn in der Kategorie „Bester Film“ zu platzieren. Doch Moore gebührt Anerkennung für die ehrliche Klarstellung, dass sein Film kein Dokumentarfilm ist. Man muss sich wundern, dass die Dokumentarfilmer nicht schon längst gegen diese Einstufung protestiert haben. Sie verstehen nämlich, was ihre Zunft angeht, keinen Spaß. Moore ist nicht ernsthaft genug. Sein Film beginnt mit einer wenig schmeichelhaften Szene, in der Mitglieder der Regierung Bush, kurz bevor TV-Sendungen beginnen, in der Maske törichtes Zeug reden. Die Akademie musste diese Szenen als Werk eines Filmemachers erkennen. Letztlich ist Moore daran gescheitert, dass er nicht verstanden hat, wie Hollywood funktioniert. Um für einen Oscar nominiert zu werden, hätte Moore die Wahl gewinnen müssen. Man kann über Hollywood viel sagen, eines ändert sich nie: Es belohnt keine Verlierer.

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