Wirtschaft : Fahrstuhl für die Rentner-WG

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Besonders unter der demographischen Entwicklung zu leiden hat die Bauwirtschaft. Denn die Deutschen werden nicht nur älter, sondern auch weniger. Bei einer Zuwanderung von jährlich 100000 Personen nimmt die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2050 von jetzt 82 Millionen auf rund 65 Millionen ab. Der geringere Bedarf an Wohnraum wird dabei nur teilweise durch den Trend zu mehr SingleHaushalten – jungen oder alten – kompensiert.

Umso größer ist die Herausforderung für Bauherren und Wohnungsbaugesellschaften, Wohnungen und Häuser zu gestalten, in denen ältere Menschen komfortabel leben können. Nach einer Studie des Bamberger Instituts für Familienforschung wollen zwei Drittel der Befragten über 45 Jahre auch im Alter in ihrer eigenen Wohnung bleiben. Die Folge: Bei bestehenden Wohnungen entsteht ein beträchtlicher Modernisierungs- und Umbaubedarf. Das reicht von der Beseitigung von Türschwellen über die Einrichtung einer Dusche auf Bodenniveau bis zum Einbau eines Fahrstuhls. „Viele Sachen ließen sich schon bei Neubauten machen, wenn die Architekten daran denken würden“, sagt Katrin Schneiders vom Institut für Wohnungswesen Inwis in Bochum.

Die Bamberger Studie fand heraus, dass die Hälfte der Befragten trotz der Präferenz für die bestehende Wohnung offen für neue Wohnformen ist. So haben viele nichts dagegen, in reiferen Jahren gemeinschaftlich mit anderen in einem Haus mit getrennten Haushalten zu wohnen. In diese Richtung geht das Konzept des betreuten Wohnens. Hierbei leben die Menschen in altersgerechten Wohnungen und können bei Bedarf Dienstleistungen wie Einkaufen, Putzen oder ein Freizeitangebot in Anspruch nehmen. Nur für wohlhabende Alte kommen Senioren-Residenzen in Frage. Schicke Appartements mit hotelähnlichem Service, eigenem Arzt und Wellness-Anlage kosten schon heute mindestens 2000 Euro pro Monat. msh

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