Wirtschaft : Fahrzeugbau ist Motor des Ostens

EISENACH (mwb/HB).Die ostdeutsche Fahrzeugindustrie ist in den ersten fünf Monaten vorangekommen.Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) stieg die Produktion von Pkw um 39 Prozent auf 155 800, die von Nutzfahrzeugen um 11 Prozent auf 4700.Insgesamt werden 1998 von den Bändern in Eisenach (Opel), Mosel (VW), Ludwigsfelde (Daimler-Benz/Nutzfahrzeuge), Ehrenhain (Auwärter) und Waltershausen (Multicar) voraussichtlich 380 000 Pkw (plus 37 Prozent) und 11 500 Nutzfahrzeuge (plus 5 Prozent) laufen.

Die Nachfrage nach Automobilen zeigt allerdings in den neuen Ländern auch im sechsten Jahr nach dem Boom-Jahr 1992 (777 000 Einheiten) rückläufige Tendenz.Nach einem Minus bei den Pkw-Zulassungen in 1997 von 5 Prozent auf 601 000 Einheiten sanken die Zulassungen im ersten Halbjahr 1998 weiter um 4 Prozent.VDA-Präsident Bernd Gottschalk sieht jedoch eine Trendwende durch den Anstieg der Auftragseingänge der im Osten produzierenden Automobilhersteller aus dem Inland um 38 Prozent.Die Auslandsaufträge seien sogar um 57 Prozent angezogen.

Seit 1991 hat die Automobilindustrie nach einer Untersuchung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung 6,6 Mrd.DM in neue Fertigungsstätten in Ostdeutschland investiert, einschließlich Vertriebs- und Serviceeinrichtungen schätzt das Ifo-Institut das Investitionsvolumen auf rund 20 Mrd.DM.

Auch das Einkaufsvolumen der deutschen Automobilhersteller in den neuen Ländern habe sich in den vorangegangenen fünf Jahren auf 5 Mrd.DM (1997) verdreifacht.1989 zählte die Statistik in der DDR noch 100 000 Beschäftigte im Kombinat Fahrzeugbau.Mit derzeit 200 Betrieben haben nach Schätzung von Gottschalk nur 10 Prozent der Unternehmen den Anpassungsprozeß überlebt.Die reinen Automobilzulieferer beschäftigen nach der amtlichen Statistik derzeit 12 000 Menschen in den neuen Ländern.Insgesamt schätzt der VDA die Zahl der Beschäftigten in Unternehmen, die unter anderem Automobilhersteller beliefern, auf 50 000.Die Fahrzeughersteller beschäftigen direkt 8000 Mitarbeiter.Im Vertrieb der deutschen Hersteller arbeiten noch einmal 36 000 Beschäftige, so daß der gesamte Automobilsektor in den neuen Ländern mit 100 000 Beschäftigten zu den wichtigsten Branchen in Ostdeutschland zählt.

Die Produktivitätsentwicklung in der Zuliefer-Branche sei aber noch sehr unterschiedlich, wobei einige der größeren Zulieferer das westdeutsche Niveau erreicht hätten.Großen Nachholbedarf sieht der VDA im Export.Viele Unternehmen seien noch fast ausschließlich von den deutschen Autobauern als Kunden abhängig.

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