Wirtschaft : Fairchild Dornier: Luftfahrtunternehmen stoppt Regionaljet: Projekt "nicht lebensfähig"

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Das deutsch-amerikanische Luftfahrtunternehmen Fairchild Dornier hat die Entwicklung des Regionalverkehrsflugzeuges 428 JET gestoppt. Der Erstflug des neuen Modells, für das bereits 113 Festbestellungen und Kaufoptionen vorlagen, war für 2001 vorgesehen. Nach einem im vergangenen Jahr geschlossenen 600-Millionen-Dollar-Vertrag sollten Rumpffertigung und Endmontage bei Israel Aircraft Industries in Tel Aviv erfolgen.

Bei einer Neubewertung aller Programme habe sich das Projekt als "wirtschaftlich nicht lebensfähig" erwiesen, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Chuck Pieper. Als Grund nannte er die große Konkurrenz bei Flugzeugen der 50-Sitzer-Klasse und den daraus resultierenden Druck auf die Verkaufspreise. Für die um knapp acht Meter verlängerte Version des auf Düsentriebwerke umgerüsteten Kurzstreckenflugzeugs 328 hatten sich bisher drei Luftverkehrsgesellschaften entschieden, Hauptkunde mit 95 Maschinen waren die amerikanischen Atlantic Coast Airlines.

Bei der Dornier Luftfahrt GmbH im bayerischen Oberpfaffenhofen, wo Lackierung und Innenausstattung vorgesehen waren, soll es keine Entlassungen geben, betonte Pieper. Dort werde man jetzt alle verfügbaren Ressourcen auf die kleinere 328 sowie die neue Regionalflugzeugfamilie 727 JET und 928 JET konzentrieren. Nach wiederholten Verzögerungen soll die Auslieferung an den Erstkunden Lufthansa City Line im Juli 2003 beginnen. Fairchild Dornier verfüge über Aufträge im Gesamtvolumen von rund elf Milliarden Dollar, wobei über fünf Milliarden Dollar auf Festbestellungen entfallen, erklärte das Unternehmen. Ende 1999 hatte ein Investment-Fonds unter Führung der Investorengruppe Clayton, Dubilier & Rice sowie Allianz Capital Partners die Muttergesellschaft Fairchild Aerospace übernommen.

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