Faire Marken : Orientierungshilfe beim Einkauf

Zwar gibt es noch kein europäisches oder internationales Fair-Trade-Siegel für Kleidung, das alle Stufen der Produktion abdeckt, aber einige Initiativen, an denen Verbraucher sich orientieren können.

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Foto: Kampagne für saubere Kleidung

Eine gute Übersicht zu Siegeln und Marken gibt es bei der Kampagne für saubere Kleidung, ein Zusammenschluss von Organisationen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in den Textil-Produktionsländern weltweit einsetzt.

Foto: Fairtrade

Derzeit gibt es zwar Kleidung mit Fair-Trade-Siegel, es bezieht sich jedoch nur auf die Baumwollproduktion. Wer solche Sachen kauft, kann zumindest sicher gehen, dass die Kleinbauern faire Preise und die Arbeiter auf den Plantagen faire Löhne bekommen. Weitere Verarbeitungsstufen von den Konfektionierern bis zu den Nähern sind aber nicht berücksichtigt.

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Das vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft vergebene Siegel GOTS (Global Organic Textile Standard) ist vor allem ein Ökosiegel, legt aber auch gewisse Sozialstandards fest. Allerdings verlangt es nur, dass Löhne und Gehälter „mindestens die nationalen gesetzlichen Standards“ erfüllen – und die sind etwa im Fall von Bangladesch sehr niedrig.

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Unternehmen, die sich der Fairwear Foundation anschließen, verpflichten sich zu „menschenwürdigen Arbeitsbedingungen“. Die Organisation, der 80 Firmen mit 120 Marken angehören, überprüft dies durch Audits in den Zuliefererbetrieben. Zudem durchleuchtet sie die Einkaufspolitik und die Vorgaben der Konzerne und kontrolliert Fortschritte in der Umsetzung des Kodexes. Mitglieder sind etwa Acne, Filippa K, Deuter, Hessnatur, Jack Wolfskin, Mammut, Schöffel, Takko und Vaude.

Zudem haben rund 70 Modefirmen, darunter die Deutschen Unternehmen Aldi, Ernsting's Family, Esprit, Hessnatur, Kik, Lidl, Metro, Otto, Puma, Rewe, S.Oliver und Tchibo mit Gewerkschaften ein Abkommen zum Gebäude- und Brandschutz in Bangladesch unterzeichnet. Nach dem Einsturz der Fabrik Rana Plaza mit mehr als 1100 Toten sollen dadurch die Sicherheitsstandards in den Textilfabriken in dem Land verbessert werden. Auch internationale Modekonzerne wie H&M, Inditex oder C&A machen mit. In den kommenden neun Monaten sollen Untersuchungen in den Zulieferbetrieben gemacht werden.

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