Wirtschaft : Falsche Euros können Münzprüfer überlisten

kvo

Deutschlands Automatenhersteller sehen der Einführung des Euros mit Bangen entgegen: Die Münzprägungen fallen in den einzelnen Ländern der Europäischen Union (EU) unterschiedlich aus. Jetzt befürchten die Hersteller, dass die Automaten echte und falsche Euros nicht unterscheiden können, wenn die neuen Münzen ab 2002 im Umlauf sind. Gestern wurden Vertreter des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) deswegen in Brüssel bei der Europäischen Kommission vorstellig, heute wird das Thema bei einem Treffen mit der Deutschen Bundesbank behandelt.

Die neuen Münzen weichen vor allem bei der elektrischen Leitfähigkeit, einem der Prüfkriterien, voneinander ab. "Die Differenzen liegen bis zu vierzig Prozent über dem, was in der Industrie erlaubt ist", erklärt Jürgen Bornecke, Geschäftsführer des VDAI. Die Branche fürchtet aber nicht nur, dass ab 2002 häufiger falsches Geld in den Automaten landen wird. Zurzeit ist darüber hinaus noch nicht sicher, dass die in den Automaten eingebauten Münzprüfer alle echten Euros erkennen können. "Wir werden voraussichtlich viele Kunden haben, die verärgert am Automaten stehen, weil ihnen ihr Euro nicht abgenommen wird", so Bornecke.

Der Verband befürchtet jetzt, dass die geplanten 1,1 Milliarden Mark für die Umstellung der Automaten nicht ausreichen werden. Auch der Zeitplan für die Umrüstung der Automaten sei in Gefahr. Gestern haben Verbandsvertreter in Brüssel allgemeinverbindliche Toleranzen für die Münzen gefordert. Sie sollen regeln, bis zu welcher Größe Abweichungen zulässig sind. Außerdem soll in jedem Euro-Land die Qualität der Münzen stärker kontrolliert werden - bevor die Automaten streiken. "Es ist zwar schon spät, aber noch nicht zu spät", gibt sich Bornecke optimistisch.

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