Wirtschaft : Falsche Fuffziger sind die häufigsten Blüten

Deutlich weniger Falschgeld im Umlauf / Eine Million Euro Schaden für den Handel

Frankfurt am Main - Weniger „Blüten“ – mehr Sicherheit für Verbraucher: Geldfälscher haben es zunehmend schwer, Falschgeld in Umlauf zu bringen. Sowohl in Deutschland als auch weltweit sank die Zahl der gefälschten Euro-Banknoten, wie Bundesbank und Europäische Zentralbank (EZB) am Montag mitteilten. In Deutschland zogen Polizei, Handel und Banken im ersten Halbjahr 18 852 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr. Das waren 28 Prozent weniger als in den sechs Monaten zuvor. Auch bei den Münzen gab es einen ähnlichen Trend: 27 480 falsche Münzen waren deutlich weniger als im zweiten Halbjahr des Vorjahres (33 800).

„Das Risiko für den Bürger, mit Falschgeld in Berührung zu kommen, ist mit rechnerisch fünf Falschnoten auf 10 000 Einwohner pro Jahr sehr gering, zumal in erster Linie der Handel Opfer von Falschgeld ist“, bilanzierte der für Bargeld zuständige Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einer Mitteilung. Die EZB verwies darauf, dass im ersten Halbjahr im Schnitt 13,8 Milliarden Euro-Banknoten im Umlauf waren.

Abschreckung vermutet Edgar Kornübe vom Nationalen Analysezentrum der Bundesbank in Mainz als einen Grund für den Rückgang: „Es gab einige Festnahmen von Falschgeldverbreitern, die sehr schnell zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden – das könnte eine der Ursachen für den Rückgang sein“, sagte Kornübe. „Jede Fälschung fällt in der Regel spätestens bei der ersten maschinellen Prüfung auf.“ Insgesamt wurden nach EZB-Angaben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres knapp 296 000 „Blüten“ aus dem Verkehr gezogen – zu 98 Prozent in Euro-Ländern. Im Halbjahr davor waren es mit 364 000 noch fast ein Fünftel (18,8 Prozent) mehr, im ersten Halbjahr 2010 lag die Zahl sogar noch bei 387 000. Ganz oben auf der Fälschungsliste weiterhin: 20- und 50-Euro- Scheine. In Deutschland war im ersten Halbjahr fast jede zweite entdeckte „Blüte“ ein „falscher Fuffziger“ (45 Prozent), europaweit gut jede dritte (36 Prozent). Die 20-Euro-Fälschungen kommen in Deutschland nahezu unverändert auf 31 Prozent, in den übergreifenden EZB-Zahlen sind es 43 Prozent.

Relativ häufig sind zudem 100-Euro-Noten mit jeweils 16 Prozent. Bei kleineren Stückelungen lohnt sich der Aufwand für die Fälscher nicht, größere sind schwieriger in Umlauf zu bringen. Den Schaden durch falsche Banknoten bezifferte die Bundesbank auf knapp 1,1 Millionen Euro. Meist bleibt der Handel auf dem Schaden sitzen, wenn Verkäufer oder Kassierer den Schwindel übersehen und der Betrug erst der Bank auffällt. Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. dpa

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