Wirtschaft : Falsche Kaufempfehlungen: Internet-Analystin Mary Meeker vor US-Gericht

tmo

Die "Königin des Internets" ist endgültig entthront: Mary Meeker, einst Star-Analystin der Investmentbank Morgan Stanley, muss sich vor Gericht verantworten. Wie jetzt bekannt wurde, reichte die US-Kanzlei Schiffrin & Barroway zwei Sammelklagen gegen Meeker und ihren Arbeitgeber ein. Der Vorwurf: Meeker habe unbegründete Kauf-Empfehlungen für die Internetwerte Ebay und Amazon veröffentlicht. Damit habe sie deren Kurse künstlich nach oben getrieben - zum Schaden der Anleger. Amazons Notierung stieg im Dezember 1999 bis auf 106 Dollar und liegt derzeit bei 12,50 Dollar. Ebay-Titel sackten seit März 2000 von 121,88 Dollar auf gerade noch 61,62 Dollar.

US-Rechtsexperten bewerten die Chancen der Kläger kritisch. Denn Verfahren gegen Banken und Analysten sind bislang selten. Allerdings hat das Geldhaus Merrill Lynch kürzlich in einem ähnlichen Fall 400 000 Dollar gezahlt. Weit verbreitet sind in den USA indes Sammelklagen gegen Unternehmen. Immer häufiger fordern Anleger Schadensersatz von gefallenen Börsenstars.

Egal, ob Analysten, Banken oder Unternehmen im Visier sind - deutsche Anleger können sich fast kostenlos an US-Sammelklagen beteiligen. Voraussetzung ist, dass sie Aktien oder Optionspapiere der betroffenen Unternehmen im fraglichen Zeitraum gekauft und einen Schaden erlitten haben. Nicht völlig klar ist laut Experten, ob der Kauf in den USA erfolgen muss. Wer zum Beispiel zwischen dem 14. März und dem 6. Dezember Aktien von Fairmarket Inc in den USA gekauft hat, kann sich an die Sammelklage der New Yorker Kanzlei Bernstein Liebhard & Lifshitz anhängen. Hier geht es um mutmaßliche Fehlinformationen. Auch gegen Cisco, Peoplesoft, Lycos, Philip Morris und AT & T und viele andere Firmen liegen Sammelklagen vor.

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