Wirtschaft : Falscher Alarm in Atomkraftwerk von Eon Konzern meldete Vorfall im AKW Unterweser

Berlin - Der Energiekonzern Eon hat versehentlich einen Zwischenfall in seinem niedersächsischen Kernkraftwerk Unterweser gemeldet. Auf einer Internetseite, auf der Eon über aktuelle Probleme in seinen Anlagen informiert, tauchte in der Nacht zum Mittwoch um 2 Uhr eine Meldung in der Rubrik „Urgent Market Messages“ (dringende Nachrichten) auf. Dort berichtete das Unternehmen, dass die einsetzbare Leistung des seit 1978 in Betrieb befindlichen Druckwasserreaktors auf null Megawatt gefallen ist. Als Ereignisgrund wurde lediglich „Sonstiges“ angegeben. Als „voraussichtliches Ereignisende“ gab das Unternehmen Samstag, den 10. Oktober, 5 Uhr an.

„Die Meldung ist versehentlich auf die Seite gelangt und wurde jetzt korrigiert. Wie das geschehen konnte, können wir derzeit nicht nachvollziehen“, sagte Eon-Sprecher Dominik Zehatschek dem Tagesspiegel am Donnerstagabend. Es sei das erste Mal seit Einrichtung der Seite www.eon-schafft-transparenz.de im Oktober 2007, dass dort eine Falschmeldung veröffentlicht wurde, sagte er.

Tatsächlich steht das AKW Unterweser bereits seit dem 5. September 2009 wegen seiner jährlichen Revision still. Im Rahmen einer Inspektion waren dort am 28. September am Dichtungsgehäuse einer Hauptkühlmittelpumpe kleinere Auffälligkeiten festgestellt worden. Das Vorkommnis habe aber keine Auswirkung auf den sicheren Betrieb der Anlage gehabt, hatte Eon vergangene Woche mitgeteilt. Vorsorglich sei das Pumpenteil ausgetauscht worden. Das Vorkommnis liege unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken. Am Samstag will Eon die Anlage wieder hochfahren. kph

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