Familie und Beruf : Deutsche Unternehmen offener für Familien

Deutsche Firmen werden einer Untersuchung zufolge immer familienfreundlicher. Die Unternehmen hätten heute ein deutlich größeres Bewusstsein für das Thema als noch vor einigen Jahren.

Berlin - Dass die Firmen "enorm" aufgeholt hätten, zeige sich ganz deutlich daran, dass heute bei fast jeder vierten Firma sieben bis neun familienfreundliche Maßnahmen üblich seien - vor allem flexible Arbeitszeitmodelle und eine aktive Gestaltung der dreijährigen Elternzeit, sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der Vorstellung der Studie in Berlin. "Die deutsche Wirtschaft macht sich zunehmend für die Familie stark", sagte die Ministerin.

Fast drei Viertel der befragten Firmen schätzen Familienfreundlichkeit als wichtig oder sehr wichtig für das eigene Unternehmen ein, wie es im "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2006" heißt. Vor drei Jahren waren es nur 46,5 Prozent. Die Unternehmen hätten verstanden, dass sie eine familienfreundliche Personalpolitik anbieten müssten, um gute Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, sagte von der Leyen. Sie täten dies nicht aus "Gutmenschentum" oder als Almosen, sondern "als knallhartes Managementinstrument". Familienbewusste Personalpolitik sei für die Firmen immer mehr ein betriebswirtschaftlicher Faktor, betonte die Ministerin.

Familienfreundlichkeit stärkt Unternehmensstandort

Eine familienfreundliche Firmenpolitik könne dazu beitragen, dass die Mitarbeiter zufrieden seien; dies wiederum wirke sich darauf aus, dass die Angestellten länger bei einem Unternehmen blieben und sich seltener krank meldeten, heißt es im "Unternehmensmonitor". Im Übrigen komme es weniger darauf an, dass ein Mitarbeiter eine bestimmte Zeit im Betrieb absitze, sondern ob er gute Arbeit leiste, sagte die Ministerin. "Das Produkt ist wichtig, nicht die Präsenz." Schlussendlich trage Familienfreundlichkeit in der Firma auch dazu bei, den Unternehmensstandort Deutschland zu stärken. (tso/AFP)

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