Wirtschaft : Familienfirmen sind erfolgreicher

Studie: Profitabler als Großkonzerne

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Berlin (fo). Unternehmen in Familienhand meiden die Öffentlichkeit. Nur wenige, wie der Nahrungsmittel und Schifffahrtskonzern Oetker legen Zahlen auf den Tisch – und das auch nur eingeschränkt. Dabei hat die Unternehmensberatung Roland Berger in einer Studie (für die Jahre 1997 bis 2001) herausgefunden, dass „namhafte deutsche Familienunternehmen mehr Unternehmenswert schaffen als alle Aktiengesellschaften des Dax“. Die Eigentümer, so heißt es zur Begründung, achteten auf kurze Entscheidungswege. Wer Privatvermögen investiere, wäge sorgsamer die Risiken ab. Und: „Familienunternehmen unterliegen nicht dem Druck von Quartalsergebnissen.“ Sie lehnen es oft bewusst ab, sich dem Druck des Kapitalmarktes zu beugen, sagen die Berater. Das gilt auch für Oetker. Selbst in Zeiten boomender Aktienmärkte sah Firmenchef August Oetker keinen Reiz an einem Börsengang.

Familienunternehmen pflegen die Verschwiegenheit. Schlagzeilen machen sie – unfreiwillig – zumeist nur, weil sich die Eigentümer streiten, um das Erbe, um die richtige Strategie oder um die angemessene Dividende. Die Kaffee-Dynastie Tchibo ist ein Beispiel dafür. Jahrelang kämpften erbittert zwei Fraktionen der Erbenfamilie Herz darum, wer im Konzern das Sagen hat. Gerade erst begruben sie die Familienfehde.

So ist zumeist wenig über die großen deutschen Familienunternehmen bekannt, unabhängig davon, ob sie von Familien, Stiftungen oder als Genossenschaften geführt werden. Dabei stellen sie etwa zwei Drittel der Arbeitsplätze und erwirtschaften 50 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung. Selbst Rewe, der größte, nicht-börsennotierte Konzern macht keine Angaben zum Ergebnis. Händler dominieren denn auch die Hitliste der größten deutschen Privatunternehmen. Erst in der zweiten Reihe tauchen Industriefirmen auf, wie Boehringer Ingelheim (Arzneimittel), Heraeus (Edelmetalle) oder Würth (Baubeschläge).

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