FDP-Experte Björn Sänger über Bankerboni : "Nur ein Schnaps obendrauf"

Herr Sänger, folgender Satz stammt von Ihnen: „Wenn ein Institut durch Steuergelder gerettet werden muss, kann es keinen Anspruch auf Boni-Zahlungen geben.“

Schön ist es nicht, dass die Bank sich arm rechnet, um keine Zinsen zahlen zu müssen. Die Erfolgsprämien sind aber rechtlich einwandfrei. Der Bund als Mehrheitseigentümer hat ein Interesse daran, dass die Commerzbank ihre Lage verbessert. Wenn wir die Anteile gewinnbringend verkaufen wollen, brauchen wir steigende Aktienkurse. Da muss die Bank aber auch mit Leistungsanreizen arbeiten können. Und man muss auch die Größenordnung beachten: Es ist ja nicht so, dass sich der Vorstand hier einen Schluck aus der Pulle gönnt. Eher kriegen die Mitarbeiter einen Schnaps obendrauf.

Würden Sie unter diesen Umständen noch einmal eine Bank retten?

Mit dem neuen Restrukturierungsgesetz haben wir Maßnahmen getroffen, dass Banken in Schieflage geordnet abgewickelt werden können. Es ist nicht Aufgabe des Staates, eine Bank zu besitzen. Ich habe aber in der Finanzkrise gelernt: Man kann nichts ausschließen. Mein Wunsch ist das nicht. Das ist das Problem, wenn man in der Regierung ist: Wenn der Mülleimer voll ist, muss ihn einer runterbringen.

Das Interview führte Miriam Schröder

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