Wirtschaft : Federweißer

Trotz der guten Qualität des Jahrgangs bleibt der Preis stabil

Felizitas Thom

PREIS DER WOCHE

Vom Sommer gestärkt – der Federweiße gilt in diesem Jahr als überdurchschnittlich gut und als überdurchschnittlich früh. Dem Most hat vor allem das Wetter gut getan. Die Trauben, aus denen er hergestellt wird, haben durch die lange Hitzeperiode im Sommer mehr Zuckergehalt. Die Oechslegrade, die den Zuckergehalt in den Trauben angeben, liegen nach Angaben des Deutschen Weininstituts in Mainz deutlich über den Vergleichswerten des Vorjahres. Die Trauben haben einen deutlichen Vegetationsvorsprung verglichen mit den vorigen Jahren. „Wir sind in diesem Jahr Mitte August und damit fast drei Wochen früher als sonst auf den Markt gekommen“, sagt Ralf Anselmann, Mitinhaber des Weinguts Anselmann in Ebesheim an der Pfälzer Weinstraße.

Nach Angaben des Deutschen Weininstituts kostet ein Liter Federweißer wie im Vorjahr im Schnitt um die zwei Euro. Weinfachgeschäfte verlangen für Ferderweißen mit höherer Qualität bis zu 3,50 Euro pro Liter. Der meiste Most wird direkt in den Anbaugebieten getrunken. Viele Weingüter in der Pfalz, Baden-Württemberg oder Hessen verkaufen den Federweißen direkt ab Hof. Dort ist der Most auch am günstigsten. Das Weingut Anselmann verlangt ab Weingut nur 1,80 Euro pro Liter. Den Großteil der Produktion verkauft der Winzer in der Region, liefert per Kurierdienst aber auch bundesweit. Die Preise für das Getränk zu erhöhen trauen sich die Weingüter nicht. „Dafür ist die Konkurrenz zu stark“, sagt Anselmann. Im Supermarkt ist der trübe Tropfen mitunter schon für 1,49 Euro zu haben.

Beim Federweißen fallen realtiv hohe Transportkosten an. Der Most muss stehend transportiert werden, da die Flaschen wegen des Gärprozesses nicht luftdicht verschlossen werden können. Und weil der Most nicht lange gelagert werden kann, müssen die Händler öfter beliefert werden. Wichtig ist vor allem, dass die Kühlkette eingehalten wird, bis der Most in den Regalen des Supermarktes steht. Wer Federweißen kauft, sollte ihn sofort probieren. Der frische Federweiße schmeckt richtig süß. Wer ihn herber und mit mehr Alkohol liebt, sollte ihn wärmer stellen und ihn einen Tag später nochmals probieren, rät Ernst Bücher, Sprecher des Deutschen Weininstituts in Mainz. Er sollte dann kalt gestellt und maximal zehn Tage aufbewahrt werden. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

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