Wirtschaft : Fehlende Kauflust in Deutschland trifft Karstadt-Quelle

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Die Karstadt-Quelle AG leidet unter der Konsumflaute in Deutschland. Von Januar bis März 2002 ist der Umsatz des Essener Konzerns um knapp fünf Prozent geschrumpft. Im April spürte das Unternehmen zwar schon eine etwas höhere Kauflust. Doch ob das schon eine Trendwende bedeute, sei "derzeit nicht absehbar", schrieb Karstadt-Quelle am Dienstag in einer Pressemitteilung. Das Unternehmen kündigte daher Sparmaßnahmen an. Für das vergangene Geschäftsjahr plant Karstadt-Quelle trotzdem eine höhere Dividende.

Karstadt-Quelle will mit seinen Sparmaßnahmen Kosten "im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich" einsparen, erklärte ein Unternehmenssprecher dem Tagesspiegel. Wie schon vor drei Wochen bekannt wurde, will der Konzern übertarifliche Leistungen für seine 60 000 Mitarbeiter kürzen. Darüber hinaus plant Karstadt-Quelle nun auch Einsparungen bei Lieferanten und Dienstleistern. Zur weiteren Geschäftsentwicklung gab Karstadt-Quelle keine Schätzungen ab. "Auf Grund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind seriöse Prognosen schwierig", sagte der Sprecher.

Auch die mittelfristigen Ziele für 2003, die eine deutliche Ergebnissteigerung vorsehen, wollte er nicht bestätigen. Konzernchef Wolfgang Urban hatte im Herbst 2000 - nur drei Wochen, nachdem er auf den Chefsessel kam - dem Unternehmen und sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2003 will er den Gewinn vor Steuern (auf rund 730 Millionen Euro) verdreifachen, den Umsatz auf mehr als 18 Milliarden und die Umsatzrendite auf rund vier Prozent steigern. Derzeit liegt die Umsatzrendite bei 2,1 Prozent. Nach Ansicht von Branchenexperten sind die Ziele für 2003 kaum realisierbar. Angaben zur geplanten Geschäftsentwicklung für das Jahr 2002 werden für den 22. Mai erwartet, wenn Karstadt-Quelle seinen Geschäftsbericht vorlegt.

2001 hat das Unternehmen seine Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 16,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) legte um 26 Prozent zu. Allerdings war das Umsatzziel erst im Herbst um mehrere Prozent gesenkt worden. Zudem wurde das Umsatzwachstum nur durch den Erwerb des Textilhändlers Sinn-Leffers und dreier Versandhäuser erreicht. Der Konzern plant allerdings für das Geschäftsjahr 2001 eine Dividende von 0,71 Euro (2000: 0,67 Euro) je Aktie.

An der Börse legte der Kurs zwischenzeitlich um knapp fünf Prozent zu. Analysten bewerteten die Zahlen unterschiedlich. Während Sal. Oppenheim Karstadt-Quelle auf "Outperformer" hochstufte, nahm das Bankhaus Lampe seine Empfehlung auf "Underperformer" zurück.

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