Wirtschaft : Fehlende Telekom-Aufträge belasten Alcatel SEL

STUTTGART (fmd/HB).Die Alcatel SEL AG rechnet im laufenden Jahr mit einem Rückgang des Umsatzes auf ein Niveau, das dem des Jahres 1996 "in vergleichbaren Strukturen" entsprechen soll.Das sagte Vorstandschef Gottfried Dutiné auf der Hauptversammlung am Donnerstag.Damit wird der Umsatz bei rund 4,5 Mrd.DM nach 5,8 Mrd.DM im Jahr 1997 liegen.

Dutinés Bemerkung von "vergleichbaren Strukturen" ist ein Hinweis auf die 1997 vollzogene Trennung von den Bereichen Verteidigungssysteme und Air Navigation Systems (ohne Richtfunktechnik).Alcatel SEL brachte sie - mit einem Umsatz von rund 400 Mill.DM und rund 1000 Mitarbeitern - bei Thomson CSF ein.Thomson ist der neue Rüstungspartner der Muttergesellschaft Alcatel Alsthom.

Trotz des erwarteten Umsatzrückgangs rechnet Dutiné für 1998 mit einem "operativ befriedigenden Ergebnis".Im ersten Halbjahr sei dies jedoch noch nicht gelungen, hieß es.Das starke Umsatzwachstum im vergangenen Jahr von 19 Prozent auf 5,8 (4,8) Mrd.DM ist nach Einschätzung Dutinés etwa zur Hälfte auf Sondereffekte zurückzuführen.Dazu wird etwa die vorgezogene Digitalisierung des Telefonnetzes der Deutsche Telekom AG gezählt.Da der Bedarf der Telekom an Vermittlungssystemen kräftig zurückgeht, wird auch mit entsprechenden Umsatzverlusten gerechnet.Vermittlungssysteme sind mit einem Anteil von 43 Prozent der wichtigste Umsatzträger.

Nach verlustreichen Jahren, die durch Kapitalspritzen der französischen Muttergesellschaft Alcatel Alsthom in Milliardenhöhe gekennzeichnet waren, gelang Alcatel SEL 1997 der Sprung in die schwarzen Zahlen.Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn von 120,2 Mill.DM eine Dividende von 10,60 DM zuzüglich eines Bonus von 2,40 DM je Aktie zu zahlen.Die Zahl der Mitarbeiter sank 1997 um über 1700 auf gut 13 800.Bis Ende 1998 wird sich die Zahl wie geplant auf 12 200 verringern.Ende 1992 waren es noch knapp 23 000.

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