Wirtschaft : Fehlstart für Thyssen-Krupp

DÜSSELDORF / ESSEN (rtr).Der neue Thyssen-Krupp-Konzern ist mit einem kräftigen Ergebniseinbruch in das erste Geschäftsjahr seiner Firmengeschichte gestartet.Wie das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf in einer ersten Übersicht berichtete, ging das vergleichbar gerechnete Ergebnis vor Steuern in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 1998/99 (30.9.) um 789 Mill.DM auf 523 Mill.DM zurück.Auch bei Auftragseingängen und Umsatz mußte der fünftgrößte deutsche Industriekonzern Einbußen um zehn Prozent auf 30,7 Mrd.DM, beziehungsweise 6,1 Prozent auf 30,8 Mrd.DM verzeichnen.

Umsatzrückgänge mußte das Unternehmen vor allem beim Stahl mit einem Minus um 17,1 Prozent auf rund zehn Mrd.DM hinnehmen.Die Rohstahlproduktion wurde daraufhin drastisch um 25 Prozent auf sechs Mill.Tonnen zurückgefahren.Für das zweite Halbjahr werde jedoch wieder mit einem Aufwärtstrend sowohl beim Umsatz also auch beim Ergebnis gerechnet, hieß es.Die Zahlung einer angemessenen Dividende für das Geschäftsjahr 1998/99 könne "in jedem Fall" erfolgen, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Nach der Eintragung des neuen Konzerns ins Handelsregister zum 17.März dieses Jahres war die Konzernehe zwischen Thyssen und Krupp mit wirtschaftlicher Wirkung rückwirkend zum 1.Oktober 1998 geschmiedet worden.Die Fusion unter der Regie der beiden Konzernchefs Gerhard Cromme und Ekkehard Schulz werde planmäßig umgesetzt, hieß es.Die ersten Kosteneinsparungen durch den Zusammenschluß seien bereits umgesetzt worden, so daß das für das laufende Geschäftsjahr geplante Synergievolumen von zunächst 66 Mill.DM erreicht werden könne.Nach einer Anlaufphase sollen durch die Fusion der beiden Ruhrkonzerne vom Geschäftsjahr 2001/2002 an jährliche Synergievorteile von rund 500 Mill.DM erzielt werden.

Ins erste Geschäftsjahr ist der Konzern mit Investitionen von rund 3,8 Mrd.DM gestartet.Davon floß mit rund 71 Prozent der Großteil in den Ausbau der Aktivitäten im Ausland.Größtes Bauvorhaben war die Errichtung einer neuen Gießwalzanlage in Duisburg für rund 600 Mill.DM.Die Konzernbelegschaft erhöhte sich durch die Übernahme der amerikanischen Aufzugsgruppe Dover Elevators um 2,6 Prozent auf 178 724 Mitarbeiter.Allein mit der Übernahme der US-Firma sind 7000 neue Mitarbeiter zum Konzern gekommen.40 Prozent der Thyssen-Krupp-Beschäftigten sind inzwischen in ausländischen Konzerngesellschaften tätig.

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