Feier : Siemens-Produktion in Moabit eröffnet

In Moabit ist die neue Produktionshalle von Siemens eröffnet worden. Wirtschaftsminister Guttenberg überspielte seinen Schlafmangel, genauso wie Siemens-Chef Peter Löscher.

Corinna Visser
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Moderne Gasturbinen aus Berlin.

Berlin „Schön, Sie zu sehen“, ruft Karl-Theodor zu Guttenberg und reckt Siemens-Chef Peter Löscher die Hand entgegen. Voller Elan ist der Bundeswirtschaftsminister gerade aus seinem Dienstwagen gesprungen. Gemeinsam eilen die beiden Männer in die neue Produktionshalle. 900 Gäste warten hier auf die feierliche Eröffnung der neuen Turbinenschaufelproduktion des Siemens- Gasturbinenwerks in Berlin-Moabit.

„Sie haben vielleicht schon einen wacheren Wirtschaftsminister gesehen“, sagt Guttenberg, als er auf der Bühne steht. Wegen der Verhandlungen über Opel habe er in der Nacht nur eineinhalb Stunden geschlafen, sagt der Minister. Dennoch wirken seine Worte und Bewegungen nicht müde. Stolz erwähnt er, dass er die Worte Gasturbinenschaufel und Dampfturbinenwerk fehlerfrei ausgesprochen habe. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit, hier zu sein. Immerhin geht es hier um ein Unternehmen, das in der Krise investiert. „Gerade in der Umwelt- und Energietechnik steckt enormes Potenzial für den Standort Deutschland“, sagt der CSU-Politiker. Die Investition von Siemens sei ein Zukunftssignal, das Hoffnung mache, weil hier zusätzliche Arbeitsplätze in turbulenten Zeiten entstünden.

Nach nur neun Monaten Bauzeit geben Guttenberg und Löscher am Donnerstag das Startsignal für die neue Produktion. 14 000 Schaufeln für Gasturbinen sollen hier pro Jahr gefertigt werden. Rund 2000 von ihnen werden für eine Turbine gebraucht. Nach etwa zwei Jahren müssen die Schaufeln, die Temperaturen von 1500 Grad ausgesetzt sind, ausgetauscht werden. 600 Gasturbinen hat das Werk in der Huttenstraße seit 1972 in 60 Länder geliefert, allein 41 im vergangenen Jahr. In Krisenzeiten verschieben jedoch viele Kunden den Neubau von Kraftwerken. Daher verspricht sich Siemens im Moment gute Geschäfte mit der Wartung von Turbinen. 42 Millionen Euro hat der Konzern ins Werk investiert, 200 neue Arbeitsplätze entstehen mit dem Ausbau, 170 sind schon besetzt. Derzeit arbeiten hier 2800 Beschäftigte.

Vorstandschef Peter Löscher nennt Siemens einen „grünen Infrastrukturgiganten“, der den Umsatz mit Umwelttechnik in diesem Jahr von 19 auf 25 Milliarden Euro ausbauen will. Auch er habe wenig geschlafen, erwähnt Löscher beim Festakt. Er habe gefeiert: in Rom den Sieg des FC Barcelona. Sein Schwiegervater war früher Präsident des Fußballvereins.

Kaum sind die Maschinen in Gang gesetzt, bricht Guttenberg eilig auf. Bei der Abfahrt springt er noch einmal aus dem Wagen, um eine Gruppe Siemens-Arbeiter zu fragen, ob ihnen die Veranstaltung gefallen habe und ob sie stolz seien. Klar, antworten die verdutzt. 

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