Feindliche Übernahme : Brauriese Inbev macht Ernst

Der zweitgrößte Braukonzern Inbev forciert die Übernahmeschlacht mit Anheuser-Busch. Ein Austausch des kompletten Verwaltungsrats soll die Aktionäre locken. Doch Anheuser-Busch setzt sich zur Wehr.

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Inbev ("Beck´s" und "Stella Artois") will seine Produktpalette unter anderem um Budweiser erweitern. -Foto: dpa

Brüssel / New YorkDer belgische Braukonzern Inbev verschärft seinen milliardenschweren Übernahmekampf mit dem US-Konkurrenten Anheuser-Busch. Der weltweit zweitgrößte Brauriese will die Aktionäre von Anheuser-Busch auf seine Seite ziehen und von ihnen den kompletten Verwaltungsrat des Rivalen abwählen lassen. Das Spitzengremium soll dann mit eigenen Interessensvertretern besetzt werden, kündigte InBev am Montag in Brüssel an. Über den Verwaltungsrat will InBev den US-Traditionskonzern zur Annahme seines mehr als 46 Milliarden Dollar (29 Mrd Euro) schweren Kaufangebots zwingen.

Anheuser-Busch (US-Marken "Budweiser" und "Bud Light") lehnt die Offerte bislang als zu niedrig ab. Durch einen massiven Stellenabbau und Kosteneinsparungen will der Konzern seinen Wert weiter steigern und die feindliche Übernahme abwehren. InbeV ("Beck's" und "Stella Artois") würde durch den Kauf zum globalen Branchenführer vor dem britischen Braukonzern Sabmiller aufsteigen. Anheuser-Busch liegt derzeit auf Platz drei und beherrscht die Hälfte des US-Marktes.

Vertrauter Feind

InBev wollte nach eigenen Angaben noch im Laufe des Montags eine Liste mit 13 eigenen Kandidaten zur Neuwahl des kompletten Verwaltungsrats von Anheuser-Busch bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen. Besonders pikant: Zu den Bewerbern zählt auch Adolphus A. Busch IV, Urenkel des Firmengründers und Onkel des amtierenden Konzernchefs August Anheuser Busch IV. Er hatte sich bereits öffentlich für einen Verkauf ausgesprochen.

Die damit ohnehin uneinige Familie Anheuser-Busch und das Management können wegen der breiten Streuung der Aktien eine Übernahme nicht aus eigener Kraft verhindern. InBev schaltete bereits ein US-Gericht ein. Es soll bestätigen, dass die Aktionäre von Anheuser-Busch die Führung auch ohne besonderen Anlass auswechseln können. (dw/dpa)

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