Ferdinand Piëch gegen Martin Winterkorn : Showdown bei Volkswagen hinterlässt nur Verlierer

Nach dem Angriff von Ferdinand Piëch ist VW-Konzernchef Martin Winterkorn schwer angeschlagen. Das schadet ihm. Aber es schadet auch Volkswagen. Ein Kommentar.

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Wer ist hier der Boss? Piech (im Hintergrund) zieht bei VW noch immer die Fäden. Das bekommt Winterkorn nun zu spüren.
Wer ist hier der Boss? Piech (im Hintergrund) zieht bei VW noch immer die Fäden. Das bekommt Winterkorn nun zu spüren.Foto: dpa

Eigentlich könnte sich VW-Chef Martin Winterkorn beruhigt zurücklehnen. An diesem Wochenende hat der Konzernlenker eine beeindruckende Welle der Solidarität erfahren. Im Kampf gegen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch scheint Winterkorn nur Freunde zu haben. Das Land Niedersachsen, die Arbeitnehmervertreter und jetzt auch der Porsche-Clan – sie alle haben ihm den Rücken gestärkt.

Im Aufsichtsrat hätte das Winterkorn-Lager damit rechnerisch eine überragende Mehrheit. Was sollte dem Vorstandschef also groß passieren? Die Wahrheit ist: eine Menge. Denn Winterkorn wäre nicht der erste Top-Manager, den Piëch aus dem Weg räumt.

Einen Kandidaten für die Nachfolge gibt es nicht

Bernd Pischetsrieder, Wendelin Wiedeking – es sind inzwischen schon einige, die Piëchs Weg pflastern. Durch seine Adern fließe Benzin, kein Blut, wird über den Alten gesagt, VW ist sein Lebenswerk. Und solange Piëch lebt, zieht er die Fäden.

Mit der Kampfansage Piëchs ist Winterkorn angeschlagen. Das schadet ihm. Aber es schadet auch Piëch. Denn der Patriarch hat Winterkorn beschädigt, ohne einen Nachfolger aufgebaut zu haben. Mit einem Lebenswerk geht man anders um.

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