Wirtschaft : Fernseher laufen gut

Preisdruck macht der Branche zu schaffen

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Berlin - In diesem Jahr werden in Deutschland voraussichtlich wieder mehr als neun Millionen TV-Geräte verkauft. Und was die Verbraucher freut, setzt die Unternehmen unter Druck: Ein Flachbildfernseher kostet im Schnitt nur noch 609 Euro und damit knapp zehn Prozent weniger als noch im vergangenen Jahr. Grund sei der harte Preiskampf im Handel, sagte Ralph Haupter, Mitglied im Präsidium des Hightech-Verbandes Bitkom und Chef von Microsoft Deutschland am Dienstag.

Da der TV-Gerätemarkt knapp die Hälfte des gesamten Unterhaltungselektronikmarktes ausmacht, geht der Bitkom davon aus, dass der Umsatz der Branche 2011 um 5,3 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro sinken wird. Der deutsche Markt schrumpfe zwar in diesem Jahr, er entwickele sich jedoch besser als der EU-Markt, sagte Haupter. 2012 werde der Umsatz in Deutschland vermutlich stabil oder nur leicht rückläufig sein.

Am 2. September beginnt in Berlin die Internationale Funkausstellung, die Neuheitenschau der Branche. Veranstalter ist die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). Einen Boom erwarten gfu und Bitkom dabei für internetfähige Fernsehgeräte. 3,5 Millionen dieser Apparate würden in diesem Jahr abgesetzt und damit 60 Prozent mehr als 2010, prognostiziert der Bitkom. Die Verschmelzung von Fernsehen und Internet eröffne dem Zuschauer viele neue Unterhaltungs- und Kommunikationsangebote, schreibt die gfu.

Nach Angaben der gfu haben heute rund 98 Prozent der deutschen Haushalte mindestens ein Fernsehgerät, 40 Prozent davon besitzen sogar zwei oder mehr Geräte. Insgesamt rechnet die gfu mit rund 55 Millionen TV-Geräten in den deutschen Haushalten; davon arbeiten rund 20 Millionen Geräte noch mit Röhrentechnik. Corinna Visser

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