Wirtschaft : Fielmann buhlt um seine Aktionäre

HAMBURG (beu/HB). "Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Verlauf der Veranstaltung und einen guten Appetit." Der Willkommensgruß richtet sich an die Vorzugsaktionäre auf der Hauptversammlung der Fielmann AG, Hamburg.

Günther Fielmann, Vorstandsvorsitzender und letztlich Eigentümer der größten deutschen Augenoptikerkette weiß seine Aktionäre zu nehmen. Im Gegensatz zu den drögen Auftritten der Marseille Klinken AG, die ihre Hauptversammlungen ebenfalls in der Handelskammer Hamburg durchführt, zelebriert Fielmann die Veranstaltung. An der Fassade der Hamburger Handelskammer und Börse weht die Unternehmensfahne. Die Säle II und III der Versicherungsbörse sind geschmückt. Dezent graues Tuch verhängt die Fensterfronten und bietet Platz für die meterhohen Werbeposter attraktiver bebrillter Models. Weißgedeckte Bistrotische in dem durch die Dachkuppel lichthellen Saal II vermitteln Sommeratmosphäre, unterstützt durch (elektronisches) Vogelgezwitscher.

Im abgedunkelten Tagungssaal III dominiert die die ganze Raumbreite ausfüllende Großleinwand hinter dem Podium. Da die Vorzugsaktionäre kein Stimmrecht haben, sind Fielmann Hauptversammlungen mehr Matinee, garniert mit Werbung pur.

Und da läßt Günther Fielmann keine Gelegenheit aus, zumal, wenn die Zahlen so glänzend sind, wie im Jahr 1998. Es war das beste Jahr seit der Gründung des Unternehmens. Bei einem Umsatz von 1,1 (1,0) Mrd. DM wurde ein Konzernergebnis vor Steuern von 103,3 (39,4) Mill. DM und nach Steuern von 59,7 (20,5) Mill. DM erzielt. Die Vorzugsaktionäre erhalten 1,80 DM je Aktie, die Stammaktionäre 1,70 DM.

Und für das laufene Jahr sattelt Fielmann noch eins drauf: Während die Umsatzprognose bei 1,2 Mrd. DM liegt, soll sich das Vorsteuerergebnis auf 120 Mill. DM verbessern. Nach Steuern werden 69 Mill. DM prognostiziert. Dies wäre wiederum eine neue Bestmarke.

In Norddeutschland hat die Fielmann-Gruppe bereits einen Stückmarktanteil von 45 Prozent erreicht. Hier wird nicht weiter filialisiert. Vorrangige Ziele sind für Fielmann jetzt die Bundesländer Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Im Ausland wird das Netz der 12 Schweizer Niederlassungen in diesem Jahr um zwei Standorte verdichtet, weitere sieben sind geplant.

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