Wirtschaft : Filmindustrie: Constantin wird weniger verdienen

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Nach einer Gewinnwarnung der Constantin Film AG ist die am Neuen Markt notierte Aktie am Freitag zeitweise um 20 Prozent eingebrochen. Constantin hatte zuvor die Gewinnerwartungen für dieses Jahr wegen des verschobenen Verleihstarts einiger Filme drastisch reduziert. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde voraussichtlich nur zwischen zwei und fünf Millionen Euro liegen. Bisher hatte das Unternehmen rund neun Millionen Euro erwartet. Mit einer aktualisierten Umsatzprognose sei erst in der kommenden Woche zu rechnen, sagte Marketing-Vorstand Thomas Friedl. Die Erwartungen für 2002 werde das Unternehmen im Dezember skizzieren.

Die Analysten von SES Research zeigten sich in einer ersten Reaktion erschrocken von der massiven Korrektur der Erwartungen bei Constantin. Zum einen ließen sich die Startverschiebungen der deutschsprachigen Filme nicht auf die Situation auf dem US-Markt zurückführen, so die Experten. Zum anderen sei besonders negativ aufgefallen, das das Management offenbar erst im September ein Überangebot an Kinofilmen bemerkt habe. Thomas Friedl sagte, auf Grund des aktuellen Marktumfeldes in Deutschland und den USA könnten in diesem Jahr nur 16 statt der vorgesehenen 25 Filme an den Start gehen. Seit September zeichne sich ein Überangebot auf dem Markt ab. Durch einen Film-Start im dritten oder vierten Quartal hätte so die Gefahr bestanden, zu wenig Zuschauer für die einzelnen Filme anzulocken. "Die Filme sind jedoch nur verschoben, an den Erlösen ändert sich nichts." Deshalb habe sich Constantin entschieden, die Termine ins nächste Jahr zu verschieben, sagte Friedel. "Wir wollten unsere Filme einfach in eine vernünftige Startposition bringen." Unter den verschobenen Produktionen befänden sich unter anderem die Fortsetzung von "Erkan & Stefan" oder "Der Graf von Monte Christo".

Mit 25 Millionen Euro sei die Nettoliquidität der Constantin nach wie vor gut, teilte der Vorstand mit. Die freien Banklinien beliefen sich auf 155 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte Constantin bei Umsätzen in Höhe von 120 Millionen Euro ein Ebit von 6,6 Millionen Euro erwirtschaftet.

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