Wirtschaft : FINANZ ABC: DIVIDENDE Was der Aktionär erhält

DANIEL RHEE-PIENING

Die Zeit der Hauptversammlungen ist im Gange und die Aktionäre können sich über die Dividende freuen.Die Dividende ist der Teil des Gewinns einer AG, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird.Während der Hochzinsphase der vergangenen Jahre schien die Rendite, die aus Anlagen in Aktien zu erwirtschaften war, wenig attraktiv.Die Anleger setzten bei Aktien auf Kursgewinne.Seit die Durchschnittsrendite öffentlicher Anleihen unter vier Prozent gesunken ist, hat sich dies geändert.

Doch aufgepaßt: Ein ganze Reihe von Faktoren spielen bei der Dividendenhöhe eine Rolle.Zu unterscheiden ist zwischen der Dividende auf Stamm- und auf Vorzugsaktien.Vorzugsaktionäre dürfen auf der Hauptversammlung zwar nicht mitstimmen, erhalten als Ausgleich aber eine höhere Dividende.Festgelegt werden kann auch, daß in schlechteren Jahren nur die Vorzugsaktionäre eine Dividende erhalten.In besonders guten Jahren kann ein Unternehmen auch einen Bonus bezahlen.Mit dem Bonus soll das Einmalige hervorgehoben werden.

Wie meist im Wirtschaftsleben wird es kompliziert, wenn man die Begehrlichkeiten des Finanzministers berücksichtigt.Zunächst ist zwischen der Netto- und der Bruttodividende zu unterscheiden.Die Nettodividende ist der Betrag, der nach Abzug der Kapitalertragsteuer und ohne Körperschaftsteuerguthaben dem Aktionär direkt gutgeschrieben wird.Im Betrag der Bruttodividende sind die 25prozentige Kapitalertragsteuer und etwaige Körperschaftsteuerguthaben enthalten.Diese Körperschaftsteuergutschriften aber haben es in sich.Eine Aktiengesellschaft entrichtet auf einbehaltene Gewinne 45 Prozent, auf ausgeschüttete Gewinne 30 Prozent Körperschaftsteuer.Um den Aktionär nun nicht doppelt zu belasten, erhält er derzeit eine Körperschaftsteuergutschrift von 41 Prozent.Kleinaktionäre, deren Dividendeneinkünfte den Sparerfreibetrag nicht überschreiten, können die Gutschrift voll vereinnahmen, die Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent wird ihnen gutgeschrieben."Größere Anleger" machen die Beträge bei ihrer Einkommensteuererklärung geltend.

Doch die Unternehmen zahlen diese Körperschaftsteuer nur auf Gewinne, die sie im Inland erwirtschaften.Werden die Gewinne - etwa im Zuge der Globalisierung - zunehmend im Ausland erzielt, oder besteht im Inland ein Verlustvortrag, fällt auch für den Aktionär weniger ab.So erhalten die Aktionäre von drei Dax-Gesellschaften für 1998 keine Körperschaftsteuergutschrift.Es sind Adidas Salomon, Degussa-Hüls und MAN.Aktionäre der Metro erhalten nur eine eingeschränkte Körperschaftsteuergutschrift.

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