Finanzaufsicht : Angst vor der Blase

Die Werte von Facebook, Twitter oder Groupon schnellen in die Höhe wie zu Zeiten der New Economy. Jetzt ist die US-Börsenaufsicht aufmerksam geworden - und ermittelt.

Thorsten Scheimann

Die Anteile von Internetunternehmen wie Facebook oder Twitter werden (noch) nicht an der Börse gehandelt, sondern auf Online- Handelsplattformen wie Share-Post und Second Market. Die Bewertungen der jungen Unternehmen sind rasant gestiegen, da immer mehr Investoren vom vermeintlichen Erfolg der Geschäftsmodelle profitieren möchten. Facebook wird derzeit auf einen Wert von 50 Milliarden Dollar geschätzt – vor einem halben Jahr lag er noch ungefähr bei der Hälfte. Der Wert von Twitter liegt angeblich mittlerweile bei 3,7 Milliarden Dollar.

Wenig Transparenz

Wegen der extremen Wertsteigerung ist auch die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Comission (SEC) hellhörig geworden. Sie hat nach Medienberichten von mehreren Unternehmen Informationen über die Bewertung ihrer Anteile angefordert. Sollte sich herausstellen, dass sie mittlerweile mehr als 499 Anteilseigner haben, müssten sie automatisch an der Börse notiert werden – auch gegen ihren Willen. Diese Regel sieht die SEC vor, um den Anteilseignern den gleichen Schutz zu gewähren, den auch die Aktionäre von börsennotierten Unternehmen genießen. Informationen über Umsatz und Gewinn müssen die nicht-börsennotierten Firmen nicht veröffentlichen. Die SEC dürfte damit auch verhindern wollen, dass eine neue, gefährliche E-Commerce-Blase entsteht – wie in den New-Economy-Jahren 1999/2000.

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