Wirtschaft : Finanzaufsicht nimmt Tui unter die Lupe BaFin analysiert Kursbewegungen

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Berlin Vor dem Hintergrund möglicher Kursmanipulation und Insiderhandels beobachtet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Kursverläufe der Tui-Aktie. „Wir sehen uns die Kurse seit ein paar Tagen genauer an“, sagte Sprecherin Sabine Reimer dem Tagesspiegel am Dienstag. Das sei eine „routinemäßige Analyse, aber der erste Schritt zu einer förmlichen Untersuchung“, sagte Reimer. Würden in der jetzt laufenden Analyse ernst zu nehmende Hinweise auf eine Kursmanipulation oder Insiderhandel gefunden, werde die Prüfung eingeleitet.

Um die Tui-Aktie ranken sich seit Wochen verschiedene Gerüchte: Ende Juli kaufte die Investmentbank Morgan Stanley zehn Prozent der Anteile, der Kurs ging anschließend steil nach unten. Am Markt geht man davon aus, dass Hedge-Fonds dahinter stecken, die Aktien bei Morgan Stanley leihen wollten, um auf einen fallenden Kurs der Aktie zu spekulieren und daran zu verdienen. Andererseits hieß es von der Tui, es könne auch eine potenzielle feindliche Übernahme dahinter stecken. Auch die WestLB, die noch 31 Prozent der Tui-Aktien besitzt und diese gerne verkaufen möchte, sprach in den vergangenen Tagen von mehreren Kaufinteressenten, unter anderem mehrere spanische Hotelketten. Diese dementierten ihr Interesse jedoch am Dienstag.

Die Übernahmespekulationen – und gute Zahlen – trieben den Kurs wieder nach oben, am Dienstag legte er weiter um 2,8 Prozent auf 15,78 Euro zu und war damit Spitzenreiter im Dax. Marktexperten zufolge könnte dahinter auch gezielte Kurspflege stehen – ohne dass es wirklich Kaufinteressenten gebe. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre begrüßte die Untersuchung der BaFin. Vorstandsmitglied Hansgeorg Martius forderte zudem vor dem Hintergrund der Tui-Kursbewegungen, dass Hedge-Fonds ihre Leerkäufe offen legen müssten, um so extreme Kursverfälle zu vermeiden. fw

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