Wirtschaft : Finanzaufsicht sorgt sich um Versicherer Drei Unternehmen bestehen Stresstest nicht

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Bonn/Berlin – Die Finanzaufsicht sorgt sich wegen der niedrigen Zinsen bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung der Versicherten um die deutschen Versicherer. „Deshalb können wir uns auch im nächsten Jahr auf niedrigere Überschüsse in der Lebensversicherung einstellen“, sagte Thomas Steffen, der bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Branche zuständig ist. Er sehe zwar keinen Pleitekandidaten, betonte Steffen. Drei Gesellschaften hätten aber mit ihren Kapitalanlagen die Stresstests der BaFin nicht bestanden. Dazu gehören angeblich die Gothaer Lebensversicherung und die Axa. Angesichts des anhaltenden Zinstiefs hält BaFinChef Jochen Sanio den aktuellen Garantiezins von 2,75 Prozent für eindeutig zu hoch. Viel schlimmer aber wirkten sich die alten Garantiesätze in den Beständen aus, die bis zu vier Prozent betragen. Gegen Versuche, die Garantien zu beschneiden, „habe ich nichts“, sagte Sanio. Aber es dürfe keine bösen Überraschungen für die Kunden durch ungenaue Vertragsklauseln geben.

Verträge, die vor zwölf, 20 oder 30 Jahren geschlossen worden sind und Ende dieses Jahres ablaufen, werfen nach Berechnungen des „map-Reports“ im Branchenschnitt Renditen zwischen 4,42 (zwölf Jahre) und 5,8 Prozent (30 Jahre) ab. In einem aktuellen Ranking des Branchendienstes schneidet jeweils die Debeka am besten ab. Bei einer 30-jährigen Police, die am Jahresende fällig würde, zahlt sie eine Rendite von 7,15 Prozent, bei einem 20-Jahres-Vertrag 7,00 Prozent und bei einer 12-Jahres-Police immerhin noch 6,35 Prozent. rl/HB/hej

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