Finanzbranche : Fonds sammeln 52 Milliarden Euro ein

Die deutsche Fondsindustrie hat netto im vergangenen Jahr wieder 52 Milliarden Euro an frischem Geld eingesammelt – nach einem Minus von acht Milliarden Euro 2008.

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Frankfurt am Main - Jedoch kamen nur 2,1 Milliarden Euro von Privatanlegern. Den allergrößten Teil investierten Versicherungen, Pensionskassen, Unternehmen und andere Großanleger, wie der Branchenverband BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) am Montag mitteilte.

Eine Neuerung soll ihm künftig mehr Gewicht verleihen. Da die Branche trotz rund 10 500 Investmentfonds, einem verwalteten Vermögen von 1,7 Billionen Euro und rund 12 000 Mitarbeitern sowie weiteren 300 000 im Vertrieb von der Politik zu wenig beachtet fühlt, soll ein Geschäftsführer des Verbands in Berlin sitzen. Denkbar sei sogar ein Doppelsitz an Main und Spree, hieß es. Auch ein Komplettumzug sei eine Option, sagt der neue BVI-Präsident Thomas Neiße.

Das verwaltete Vermögen stieg 2009 um 200 Milliarden Euro auf die Rekordsumme von 1,7 Billionen Euro, was vor allem der guten Entwicklung an der Börse zu verdanken ist . „Wir sind zufrieden,“ sagte Wolfgang Mansfeld, der scheidende Präsident des Branchenverbandes auf der Jahres-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Er räumte aber auch ein, dass der Anteil der Privatanleger unter den Erwartungen liege. „2,1 Milliarden frisches Kapital sind nicht das, was wir uns erwarten.“ Trotzdem sieht Mansfeld wieder ein gestiegenes Vertrauen in klassische Investmentfonds. „Aktienfonds haben netto im vergangenen Jahr 14,6 Milliarden Euro einsammeln können.“ Dagegen flüchteten Anleger aus Geldmarktfonds; dort wurden 30 Milliarden Euro abgezogen. Offenbar setzen mehr und mehr Anleger auf börsengehandelte Indexfonds (ETF) – sie konnten netto 2008 rund 10,4 Milliarden Euro einsammeln. Rolf Obertreis

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