Finanzen : Aktien unter Hochdruck

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Berlin Der erneute Höhenflug des Ölpreises und überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten haben den Dax am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Das Börsenbarometer fiel bis Handelsschluss um 2,7 Prozent auf 3727,74 Punkte. Der Tec-Dax verlor 4,8 Prozent auf 466,82 Zähler.

Der New Yorker Aktienmarkt ist am Freitag angesichts der anhaltend hohen Ölpreise und unerwartet schwacher Arbeitsmarktdaten in den USA erneut eingebrochen. Der Dow-Jones-Index sank um 1,5 Prozent auf 9815,33, der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 2,5 Prozent auf 1776,89 nach.

„Die Arbeitsmarktdaten spiegeln eindeutig wider, dass die US-Wirtschaft an Dynamik verliert“, sagte Volkswirt Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank. „Sie stehen in direktem Widerspruch zu Greenspans Konjunkturoptimismus und sind daher geeignet, die Finanzmärkte nachhaltig zu beeinflussen.“ US-Notenbankchef Alan Greenspan hatte vor einigen Wochen mit optimistischen Aussagen zur US-Konjunktur an den internationalen Aktienbörsen Käufe ausgelöst.

Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing vertrat allerdings eine andere Meinung: „Ich betrachte die Zahl als nicht so dramatisch. Offenbar haben einige Analysten bei ihren Prognosen die beginnende Ferienzeit nicht einkalkuliert.“ Mit 32000 blieb das Wachstum der US-Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Juli weit hinter der durchschnittlichen Analystenprognose von 228000 zurück.

Die Aktien der Münchener Rück, die sich am Nachmittag noch als einziger Gewinner von den übrigen Dax-Werten absetzen konnten, rutschten am Abend ebenfalls um 0,9 Prozent ins Minus. Der Rückversicherer hatte für das abgelaufene Quartal einen überraschend hohen Gewinnanstieg gemeldet.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite auf 3,86 (Donnerstag: 3,88). Der Rex legte um 0,13 Prozent auf 118,11 Punkte zu. Der Bund-Future sank um 0,02 Prozent auf 114,84 Punkte. Der Euro reagierte mit einem kräftigen Kurssprung von fast zwei Cent auf die US-Arbeitsmarktdaten, der sich im Referenzkurs noch nicht voll auswirkte. Die EZB setzte ihn auf 1,2064 (Donnerstag: 1,2042) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8289 (0,8304) Euro.Tsp

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