ANLEGER Frage : an Klaus Schneider Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger

Einmalzahlung oder Rente?

an Klaus Schneider

Ich habe eine private Rentenversicherung abgeschlossen, die am 1. August 2008 ausgezahlt wird. Ich kann wählen zwischen einer Einmalzahlung oder einer monatlichen Zahlung. Welche Variante bietet steuerliche Vorteile? Falls ich mich für eine monatliche Zahlung entscheide, entfallen dann darauf Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge?

Private Rentenversicherungen sind eine Variante der Kapitallebensversicherung, die anstatt einer Einmalauszahlung eine lebenslängliche Rente auszahlen. Bei einigen Tarifen kann man anstatt der Rente auch die Abgeltung mit einem Einmalbetrag wählen.

Für bis zum 31.12.2004 abgeschlossene Verträge ist dabei die Einmalauszahlung steuerfrei; bei danach abgeschlossenen Verträgen unterliegt bei Kapitalabfindung der Versicherung die Differenz zwischen den gezahlten Beiträgen und der Versicherungsleistung der Einkommenssteuer. Wird die Versicherungsleistung nach Vollendung des 60. Lebensjahres und nach einer mindestens zwölfjährigen Vertragslaufzeit ausgezahlt, ist nur die Hälfte des Betrags zu versteuern.

Bei Auszahlung der Versicherungsleistung in Form einer lebenslangen Rentenzahlung unterliegt der sogenannte Ertragsanteil der Besteuerung. Der Ertragsanteil ist abhängig vom Alter des Begünstigten bei Beginn des Rentenbezugs und beträgt beispielsweise bei Rentenbezug zum 60. Lebensjahr 22 Prozent. Bei einer Jahresrente aus der Rentenversicherung von 10 000 Euro müssten somit jährlich 2200 Euro als sonstige Einkünfte versteuert werden. Durch diese Besteuerung des Ertragsanteils soll der Zinsanteil auf den zur Auszahlung kommenden Kapitalstock der Besteuerung unterworfen werden. Sozialversicherungsbeiträge werden jedoch nicht auf die Rentenzahlungen erhoben.

Ob nun die Einmalauszahlung (und zinsbringende Wiederanlage) oder die lebenslange Rentenzahlung steuerlich vorteilhafter ist, hängt somit von zahlreichen Faktoren ab, die individuell zu prüfen sind. Darüber hinaus ist bei der lebenslangen Rentenzahlung naturgemäß die ungewisse Lebenserwartung (und damit die Bezugszeit der Rente) der größte Unsicherheitsfaktor bei der Abwägung der Alternativen.

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