BANKEN 2008 : „Der Weckruf darf nicht verhallen“

NEUER SCHWUNG

Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank bringt nach Ansicht des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) neuen Schwung in die Konsolidierung des Bankenmarktes – nicht nur bei den privaten Banken, sondern auch bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. „Der Weckruf darf nicht ungehört verhallen, der Prozess hat an Tempo gewonnen“, sagte Manfred Weber, geschäftsführender BdB-Vorstand, am Mittwoch. Allerdings ändere der Zusammenschluss nichts an den Hindernissen für Fusionen über die Institutsgrenzen hinweg, vor allem zwischen Großbanken und Sparkassen. Für den Finanzplatz sei eine zweite auch international starke Großbank ein gutes Signal. „Auch die deutsche Wirtschaft braucht Banken, die sie adäquat ins Ausland begleiten können.“

BESSERE PRODUKTE

Ein solcher Zusammenschluss sei generell auch für die Privatkunden gut, glaubt Weber. Es gebe eine noch bessere Beratung, bessere und möglicherweise auch günstigere Produkte, weil die besten Mitarbeiter aus beiden Häusern zusammenkämen.

MÄNGEL IM SYSTEM

Insgesamt habe Deutschland noch kein international wettbewerbsfähiges Bankensystem, klagt Weber. „Die Finanzkrise hat die Schwächen offenbart und gezeigt, wie sehr tragfähige Geschäftsmodelle fehlen.“ Unter den weltweit 25 größten Banken gebe es kein einziges deutsches Institut mehr, heißt es beim BdB. Zugleich warnte der Verband vor zu großen staatlichen Eingriffen in den Finanzsektor. ro

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