Banken : 7,50 Euro fürs Geldabheben bei der Konkurrenz

Wer an einem fremden Automat Geld zieht, den bestraft die Hausbank. Um im Durchschnitt 17 Prozent hat sich der Service seit 2006 verteuert.

Jens Hagen (HB)

Düsseldorf - Das ergab eine Untersuchung von 50 Banken durch die FMH-Finanzberatung. Nur ein getestetes Institut senkte in den vergangenen drei Jahren seine Sätze, 22 hielten sie konstant und 27 verteuerten sie.

„Der Anstieg der Gebühren ist bei einigen Instituten erstaunlich hoch“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. Bei der PSD Bank Kiel stiegen die Preise um 86 Prozent, bei der PSD Bank Westfalen Lippe und der Sparkasse Köln um 71 Prozent. Die Berliner Sparkasse verlangt 67 Prozent mehr. Auch namhafte Privatbanken langen zu: Im Vergleich zu 2006 müssen Postbank-Kunden heute 50 Prozent mehr zahlen, Deutsche-Bank-Kunden 41 Prozent, Commerzbank- und SEB- Kunden 25 Prozent.

„Ein Anstieg in dieser Dimension entbehrt jeder Grundlage“, sagt Annabel Oelmann, Expertin für Finanzdienstleister bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Kosten für die technische Abwicklung seien in den letzten Jahren nicht in dem Maße gestiegen. Das Problem: „Die Erhöhung ist für die Kunden ärgerlich, aber nicht justiziabel“, sagt Oelmann.

Dank moderner Informationstechnologie ist der Aufwand für die Abrechnung zwischen den Banken minimal. „Die Transaktion über die Bankenverbünde hinweg funktioniert exzellent und erfolgt hochautomatisiert“, sagt Mirko Weinert, Bereichsleiter Transaction Banking bei der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting. Die Höhe der Gebühren einzelner Institute entspräche nicht dem eigentlichen Aufwand. „Viele Banken machen bei der Fremdabbuchung ordentliche Gewinne“, sagt Weinert. Einige Institute begründen darauf ihr Geschäftsmodell und stellen die Automaten gezielt an vielbesuchten Stellen wie Bahnhöfen, Einkaufsstraßen oder Marktplätzen auf.

Andere Banken nutzen hohe Gebühren aus strategischen Gründen: „Die Kosten dienen vielen Banken zur Steuerung der Nachfrage“, sagt Weinert. Sie sollen Kunden abschrecken, die Geräte der Konkurrenz zu nutzen. Vier Institute verlangen mittlerweile 7,50 Euro pro Vorgang: die Berliner Sparkasse, die Berliner Volksbank, die Sparkasse Nürnberg und die Ostsächsische Sparkasse.

Einige Direktbanken wie die DKB, Comdirect, Cortal Consors, ING-DiBa, DKB oder Volkswagen Bank bieten ihren Kunden die Möglichkeit, mit der Kreditkarte an allen Automaten im Land kostenfrei Geld zu ziehen. Sehr zum Ärger einiger Regionalbanken: Mehr als 60 Sparkassen sperrten etwa ihre Automaten für Kunden der ING-DiBa. Mehrere Prozesse laufen, das Kartellamt beobachtet den Vorgang. Jens Hagen (HB)

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