Bankenkrise : US-Regierung sucht Retter für Lehman Brothers

Die Bankenkrise in den USA weitet sich aus. Nachdem die US-Regierung mit Milliardenzuschüssen den Kollaps der Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddy Mac verhindern musste, steht nun die Investmentbank Lehmann Brothers vor der Pleite.

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Kein leichter Job: Händler von Lehman Brothers an der New Yorker Börse. -Foto: dpa

New YorkDie US-Regierung schaltet sich nach einem Bericht der "Washington Post" vom Donnerstag bei der Rettung der ums Überleben kämpfenden US-Investmentbank Lehman Brothers ein. Danach helfen das Finanzministerium und die Notenbank dabei, einen Käufer zu finden. Noch seien nicht alle Einzelheiten ausgearbeitet, meldete das Blatt. Aber laut informierten Kreisen sei zu erwarten, dass ein Verkauf am Wochenende unter Dach und Fach sein und bekanntgegeben werde, bevor die asiatischen Märkte am Montag öffneten.

Investoren zögern noch

Das Ministerium und die Fed stünden mit verschiedensten Firmen in Kontakt und prüften eine "Vielfalt von Szenarios" für eine Übernahme der Bank durch ein anderes Unternehmen. Bereits zuvor hatten Medien berichtet, dass sich Lehman Brothers selbst zur Übernahme anbiete.

Zu den potenziellen Käufern gehörten die Bank of America und die britische Barclays Bank, berichtete das "Wall Street Journal Online" unter Berufung auf Insider. Die möglichen Interessenten hätten jedoch große Sorge vor weiteren massiven Verlusten bei Lehman Brothers und würden wegen dieser Risiken auf staatliche Unterstützung hoffen.

90 Prozent Wertverlust

Die Lehman-Aktie stürzte allein seit Wochenbeginn um rund 75 Prozent ab. Dies verschärfte die Probleme der Bank bei der Suche nach Investoren massiv. Seit Jahresbeginn verlor die viertgrößte US-Investmentbank mehr als 90 Prozent ihres Börsenwerts.

Die sich dramatisch zuspitzende Krise bei Lehman Brothers erinnert an das Schicksal des Wettbewerbers Bear Stearns: Die Investmentbank hatte im März wegen ganz ähnlicher Probleme auf Druck der Notenbank Fed ihrem Zwangsverkauf zustimmen müssen. Der Finanzkonzern J.P. zahlte für die Übernahme lediglich einen Schleuderpreis. (iba/dpa)

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