Beratungsfehler : Anleger scheitern mit Klage wegen Medienfonds

Hohe Steuernachzahlungen und mangelnde Rendite. Die VIP Medienfonds schädigen den Ruf der Commerzbank. Dennoch scheiterten zwei Anleger mit einer Klage gegen das Institut wegen fehlerhafter Beratung. Auch die Dresdner Bank und die Hypovereinsbank befinden sich im Visier weiterer Klagen.

MünchenIm Skandal um den VIP Medienfonds sind zwei Anleger mit einer Klage gegen die Commerzbank erst einmal gescheitert. Die Klagen seien von einer Zivilkammer abgewiesen worden, teilte das Landgericht München mit. Die Anleger hatten dem Kreditinstitut fehlerhafte Beratung vorgeworfen. Nach Ansicht des Gerichts konnten die Kläger aber ein Fehlverhalten der Bankmitarbeiter nicht nachweisen. Gegen den Gründer des Filmfonds läuft ein Strafverfahren wegen Untreue und Steuerhinterziehung. Er soll nur einen kleinen Teil der Gelder tatsächlich zur Film-Finanzierung eingesetzt haben, der Rest wurde bei Banken geparkt. Den Anlegern drohen hohe Steuernachzahlungen (Az.: 4 O 16919/06 und 4 O 20540/06). Das Urteil des Münchner Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig.

Laut Anleger-Anwälten sind in den vergangenen Monaten mehrere hundert Schadenersatzklagen gegen die beteiligten Banken eingereicht worden. Die Commerzbank steht in der Kritik, weil sie den Vertrieb der VIP Medienfonds 3 und 4 übernommen hatte. Klagen richten sich zudem gegen die Dresdner Bank und die HypoVereinsbank, die als so genannte garantiegebende Banken fungierten. Nach Angaben der Anleger- Anwälte haben 11.000 Anleger von ihren Finanzämtern Steuerbescheide mit zum Teil erheblichen Nachforderungen erhalten. Nach Ansicht der Steuerbehörden gebe es keine Möglichkeit zur Verlustverrechnung, da das Geld nicht als Fonds-, sondern als Festgeldanlage gelte. Die Gesellschafter des Fonds hatten dagegen betont, ein Gutachten habe ergeben, dass die Mittel der Medienfonds "entsprechend zweckgebunden und korrekt verwendet worden sind". (mit dpa)

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