Bilanz : Hypo-Vereinsbank: Nur die Deutsche Bank war besser

Hypo-Vereinsbank-Chef Theodor Weimer strahlt. "Ich hätte nicht gedacht, dass 2009 für uns so gut ausgeht", sagt der Banker bei der Bilanzvorlage in München.

München - Der Stellenabbau und Rückenwind durch sich erholende Kapitalmärkte hätten der HVB im Vorjahr das zweitbeste Ergebnis aller deutschen Kreditinstitute beschert. 884 Millionen Euro Jahresüberschuss stehen zu Buche, nach 649 Millionen Euro Verlust im Jahr zuvor. Nur die Deutsche Bank verdiente mehr.

Gespeist wurden die Profite vor allem durch das Investmentbanking, das der italienische Mutterkonzern Unicredit für die gesamte Gruppe bei der HVB konzentriert hat. Weit schlechter sieht es im Geschäft mit Privat- und kleineren Firmenkunden aus, wo die Erträge sich teils halbiert haben.

Weimer erklärt diese Schwäche damit, dass Verbraucher alle Banken und nicht nur die HVB 2009 weitgehend gemieden haben. Marktanteile habe man nicht verloren und auch die Kundenzahl sei relativ stabil bei drei Millionen geblieben. Dennoch trägt die laufende Sanierung der HVB, die sich hierzulande seit Anfang des Jahres in Unicredit Bank AG umbenannt hat, damit nicht die gewünschten Früchte.

Allein für Deutschland sieht das Abbauprogramm zwischen 2008 und dem laufenden Jahr das Streichen von 2500 Stellen vor. Die letzten 500 Arbeitsplätze daraus fallen bis Ende 2010 weg. Dann wird die HVB, die in Deutschland weiter unter diesem Markennamen präsent bleibt, noch etwa 17 500 Beschäftigte zählen. 2001 waren es noch rund 10 000 Arbeitsplätze mehr. In der HVB-Gruppe, die auch die DAB-Bank und Aktivitäten im Ausland umfasst, wurden im Vorjahr fast 4200 auf 20 459 Stellen gestrichen.

Um die Schwächen im Privatkundengeschäft auszumerzen, erwägen die HVB und ihre Mutter jetzt einen Zukauf. Als Kandidat gilt das Deutschland-Geschäft der schwedischen SEB-Bank. Auf Filialebene hat die HVB in der Mitte Deutschlands Defizite, räumt Weimer ein. Dortige SEB-Standorte könnten die Lücken füllen. Genug Geld für einen Zukauf haben die Münchner fraglos. Die HVB sei so solide finanziert wie kaum eine andere Bank und habe fast schon zu viel Eigenkapital, sagte Bank-Chef Weimer. Mit einer Kernkapitalquote von 17,8 Prozent stehe sein Institut hervorragend da. tmh

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