Börse : Anleger kehren zurück

Eine Reihe guter Nachrichten hat am Donnerstag an der Börse für Erleichterung und steigende Kurse gesorgt. Der nachgebende Ölpreis dämpfte die Furcht vor weiteren Kostenbelastungen. Zugleich gab die US-Bank JP Morgan bekannt, dass sie von der weltweiten Krise an den Finanzmärkten im Frühjahr nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist, wie befürchtet. Der finnische Handy-Marktführer Nokia erwartet zudem, dass der Handy- Absatz der Branche weiter steigen dürfte. Das half vor allem Infineon-Aktien (plus 9,6 Prozent). Der deutsche Chipkonzern ist mit seiner Com-Sparte Zulieferer der Finnen.

„Da einige US-Institute offenbar mit einem blauen Auge davongekommen sind, wächst die Hoffnung, dass sich die Bankenkrise nicht weiter verschärft“, sagte ein Händler. „Allerdings ist die Gefahr einer neuen Welle von Kapitalerhöhungen noch nicht ausgestanden. Daher gehe ich davon aus, dass es für eine deutliche Erholung des Dax von 1000 Punkten oder mehr noch zu früh ist.“ Andere Börsianer warnten, dass die Stimmung sofort kippen könne, wenn Merrill Lynch mit seiner Zwischenbilanz enttäusche. Die US-Investmentbank wollte ihre Zahlen nach US-Börsenschluss am Donnerstag vorlegen.

Der Dax baute im Handelsverlauf seine Gewinne aus und stieg bis zum Handelsschluss um 1,9 Prozent auf 6271 Punkte. Der M-Dax gewann 2,9 Prozent auf 8466 Zähler. Der Tec-Dax legte um 3,2 Prozent auf 723 Punkte zu. Ein Bericht über die unmittelbar bevorstehende Entscheidung über die Zukunft der Dresdner Bank sorgte für Kauflaune bei den Aktien der Allianz und der als neuem Partner geltenden Commerzbank. Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) gaben hingegen am Dax-Ende um 4,7 Prozent nach. Händler verwiesen auf Gerüchte um eine Platzierung von FMC-Papieren, die den Kurs unter Druck setzen.

Die Frankfurter Börse hält unterdessen weiterhin am Handelsbeginn um 9.00 Uhr fest. Dies teilte die Börse nach einer Sitzung des Börsenrates mit, der über eine frühere Öffnung diskutiert hatte. Zugleich beschloss das Gremium aber eine Änderung der Börsenordnung, so dass die Geschäftsführung der Börse zu einem späteren Zeitpunkt eigenständig eine frühere Öffnung festlegen könnte, wenn die Wettbewerbssituation dies nötig machen sollte.

Am deutschen Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,54 (Vortag: 4,48) Prozent. Der Rex sank um 0,37 Prozent auf 114,34 Punkte. Der Bund Future verlor 0,28 Prozent auf 111,86 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5849 (Mittwoch: 1,5888) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6310 (0,6294) Euro. Tsp

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