Börse : Atempause an der Börse

Auch nach dem Inkrafttreten des Banken-Hilfspaketes sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Montag auf der Hut geblieben. Gestützt auf gute Vorgaben aus Asien setzte der Dax aber seine Erholung fort und legte bis zum Abend rund 0,8 Prozent auf 4818 Punkte zu. „Das ist ein Luftholen nach den krassen Kursbewegungen der vergangenen Tage“, sagte Christian Schmidt von der Helaba. Die Unsicherheit bleibe aber hoch. „Die Anleger halten sich mit Blick auf die kommenden Quartalsberichte zurück, und auch das Thema drohende Rezession bremst den Markt weiter aus.“ Für etwas Zuversicht sorgten Kursgewinne an der Tokioter Börse von mehr als drei Prozent.

Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte 480-Milliarden-Euro-Rettungspaket brachte zwar Erleichterung, wurde aber auch skeptisch gesehen. Die Hilfen sind an Bedingungen geknüpft, die vielen Marktteilnehmern nicht gefallen: „Wer sich so stark vom Staat reinreden lässt, bei dem muss die Not schon sehr groß sein“, sagte ein Börsianer zu den Anforderungen. Entsprechend erleichtert reagierten die Anleger auf Aussagen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der das Rettungspaket für seine Bank ablehnt. Die Aktie stieg um 3,3 Prozent. Auch die meisten anderen Finanztitel standen auf der Gewinnerseite. „Das wichtige bei den Banken ist, dass die Regierung etwas tut und deshalb das Schlimmste vorbei sein sollte“, sagte ein Händler. Die Commerzbank-Aktien fielen hingegen um bis zu 3,9 Prozent und gehörten damit zu den wenigen Verlierern am deutschen Aktienmarkt. Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte angekündigt, die staatlichen Hilfen zu prüfen.

Die Titel der Versorger waren als sicherer Hafen in ganz Europa gefragt. Auch der anziehende Ölpreis mache die Papiere bei den Anlegern wieder begehrter, sagten Händler. Eon-Papiere standen mit einem Aufschlag von 8,6 Prozent an der Spitze der Dax-Gewinner. RWE stiegen um 6,4 Prozent.

Schlusslicht im Dax waren mit großem Abstand die Aktien von VW, die um mehr als 21 Prozent einbrachen. Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sagte, dass der aktuelle Kursrückgang „mehr als gerechtfertigt“ sei. „Die Aktie hat sich den Fundamentaldaten längst entzogen und die Kursentwicklung war in den vergangenen Wochen unberechenbar.“

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,99 Prozent (Freitag: 3,97 Prozent). Der Rentenindex fiel um 0,09 Prozent auf 117,579 Punkte. Der Bund Future sank um 0,06 Prozent auf 114,69 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3424 (Freitag: 1,3404) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7449 (0,7460) Euro. Tsp

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