Börse : Banken und Airlines gefragt

Besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen der größten US-Bank Citigroup haben den Dax am Freitag gestützt. Er überwand seine anfängliche Kursflaute und legte 1,8 Prozent auf 6382 Punkte zu. Bei den Nebenwerten tat sich hingegen kaum etwas. Der M-Dax mittelgroßer Werte fiel um 0,3 Prozent auf 8440 Punkte. Der Technologieindex Tec-Dax blieb nahezu unverändert bei 723 Punkten. „Neben der Citigroup hilft dem Markt auch der kleine Verfall, denn offenbar wollten viele Anleger den Dax zu diesem Termin hochziehen“, sagte ein Händler. Am Mittag verfielen Optionen auf Indizes. Zu Verfallsterminen versuchen Anleger üblicherweise, diejenigen Papiere, auf die sie Derivate halten, in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen. Von einem Stimmungsumschwung wollte der Börsianer trotz der jüngsten Kursgewinne aber nicht reden. „Es fällt auf, dass die aktuellen Favoriten die Verlierer der vergangenen Wochen sind. Bei den anderen Werten ist die Kursentwicklung eher verhalten.“

Die Liste der Dax-Gewinner wurde erneut von den Finanzwerten dominiert. „Da hatten viele Investoren offenbar auf einen weiteren Kursrutsch gesetzt und müssen sich nun wieder mit diesen Papieren eindecken“, sagte ein Händler in Frankfurt. Im Branchenvergleich setzten sich einmal mehr die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von mehr als sechs Prozent an die Spitze. Die Titel der Allianz legten rund fünf Prozent zu.

Vor der Commerzbank rangierte allein Infineon, deren Papiere ihr knapp zehnprozentiges Vortagesplus ausbauten und sich um 8,2 Prozent verteuerten. Börsianern zufolge profitierte der Handychiphersteller erneut vom optimistischen Ausblick des weltgrößten Handykonzerns Nokia.

Angesichts des jüngsten Ölpreisrückgangs griffen Anleger auch bei den Luftfahrtwerten wieder zu, die sensibel auf Preisschwankungen des Treibstoffs reagieren. Die Papiere der Lufthansa zogen um 5,5 Prozent an, die im Kleinwerteindex S-Dax gelisteten Titel von Air Berlin stiegen sogar um fast 21 Prozent.

Ein Barrel (159 Liter) der richtungweisenden US-Ölsorte WTI fiel auf bis zu 128,54 Dollar und lag damit knapp 20 Dollar unter seinem Rekordhoch vom vergangenen Freitag.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,55 (Vortag: 4,54) Prozent. Der Rex legte um 0,10 Prozent auf 114,45 Punkte zu. Der Bund Future verlor 0,55 Prozent auf 111,03 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel. Die Erleichterung über die Zahlen der Citigroup gaben dem Dollar etwas Unterstützung. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euroreferenzkurs auf 1,5816 (Donnerstag: 1,5849) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6323 (0,6310) Euro. Tsp

Kurse, Charts und Watchlisten finden Sie auch auf unseren Internetseiten unter

www.tagesspiegel.de/finanzen

0 Kommentare

Neuester Kommentar