Börse : Börsianer in Panik

Schlechte Vorgaben aus den USA und Asien, der Dax startete entsprechend. Binnen weniger Handelsminuten fiel das deutsche Kursbarometer am Freitag um rund zehn Prozent. Dies war sein tiefster Stand seit Sommer 2005. Seinen bislang höchsten Kursverlust an einem Tag hatte der Dax vor knapp 20 Jahren erlitten. Damals war er bis Handelsschluss um 12,81 Prozent eingebrochen.

Die Anleger ergriffen die Flucht und trennten sich wahllos von ihren Papieren. Besonders betroffen waren zunächst Eon-Papiere mit einem Minus von bis zu einem Prozent. Bei Großanlegern sprangen automatische Verkaufsprogramme an, weil Untergrenzen unterschritten wurden. Marktteilnehmer sprachen auch von Panik und es wurde erwogen, den Handel vorübergehend auszusetzen, um die Gemüter zu beruhigen.

Bis kurz vor Handelsschluss erholte sich der Dax wieder leicht. Er büßte 5,5 Prozent auf 4569 Zähler ein. Auch der S-Dax kleinerer Werte kam im Tagesverlauf der unteren Linie von xxxxx Punkten immer wieder nahe und erst gegen 17 Uhr ging es dann deutlicher nach oben. Schließlich notierte der Index 6,5 Prozent im Minus bei 2611 Zählern. Der M-Dax mittelgroßer Werte verlor 5,7 Prozent auf 5229 Zähler und der Technologieindex Tec-Dax 5,15 Prozent auf 515 Zähler.

Deutsche Automobilwerte standen ebenfalls erneut deutlich unter Druck. Die Ratingagentur S&P kündigte eine weitere Abstufung der Kreditwürdigkeit für General Motors (GM) und Ford an. „Vor allem die Begründung gießt für die gesamte Branche Öl ins Feuer“, sagte ein Börsianer. Die Aktien von Daimler sackten um 1,04 Prozent auf 23,07 Euro ab. Die Titel von BMW fielen um 1,9 Prozent auf 19,03 Euro. Die Volkswagen-Titel konnten sich diesem Trend jedoch wie zuletzt entziehen. Hochtief verlor mit dem Ausstieg des russischen Milliadärs Oleg Deripaska einen seiner beiden Großaktionäre.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,77 (Vortag: 3,86) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,59 Prozent auf 120,62 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,75 Prozent auf 115,48 Zähler zu. Auch bei den bisher als „sicherer Hafen“ geltenden Staatspapieren waren die Anleger vorsichtig. Sie fürchten eine wachsende Staatsverschuldung in Folge der staatlichen Rettungsmaßnahmen für die Banken und damit ein Überangebot an Rentenpapieren.

Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3579 (Donnerstag: 1,3682) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7364 (0,7309) Euro. Tsp

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