Börse : Commerzbank wieder in den schwarzen Zahlen - Dax vorbörslich im Minus

Die Commerzbank schreibt wieder schwarze Zahlen und beschleunigt das Tempo bei der Sanierung, wie der Konzern am Donnerstagmorgen mitteilte. Nach verhaltenen Vorgaben aus den USA und dem Minus in Fernost liegt der Dax allerdings vorbörslich leicht im Minus.

Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt. Foto: imago
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

Die Commerzbank schreibt wieder schwarze Zahlen und will nun die Schlagzahl beim Abbau ihrer Altlasten erhöhen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Deutschlands zweitgrößte Bank einen Nettogewinn von 78 Millionen Euro, mehr als Analysten erwartet hatten. Ein Jahr zuvor hatten bei der Commerzbank noch 47 Millionen Euro Verlust zu Buche gestanden. Der Abbau der Immobilien-, Staats- und Schiffskredite sei schneller als erwartet vorangekommen, teilte die Commerzbank am Donnerstag mit. Die interne "Bad Bank", in der diese Bestände geparkt sind, schrumpfte bis Ende 2013 auf 116 Milliarden Euro statt der erwarteten 125 Milliarden. Bis 2016 sollen in ihr nur noch 75 Milliarden Euro liegen; bisher hatte Vorstandschef Martin Blessing weniger als 90 Milliarden Euro angepeilt.

Commerzbank erreicht vorzeitig ihre Ziele

Die harte Kernkapitalquote soll gleichzeitig auf mehr als zehn Prozent steigen - auch nach den verschärften Regeln von Basel III. Die bisher angepeilten neun Prozent hat die Bank bereits vorzeitig erreicht. Zuletzt haben mehrere Analysten ihre Kursziele für die Commerzbank angehoben und gleichzeitig eine Halteempfehlung ausgesprochen. Die Deutsche Bank hat jetzt als Zielkurs 13 statt 12 Euro angegeben, Morgan Stanley hat von 11,20 auf 11,80 Euro angehoben, Independent Research sieht als Zielwert konstant 13 Euro.

Boni der Commerzbank deutlich höher als der Gewinn - Anleger verärgert

Für Ärger bei Aktionären hatten zuvor Meldungen gesorgt, wonach die Commerzbank für 2013 Boni von über 300 Millionen Euro an ihre Mitarbeiter ausschütten will. Damit fiele der Bonustopf deutlich größer aus als der Konzerngewinn. Dagegen werden die Aktionäre weiter auf Diät gesetzt. Seit dem Staatseinstieg 2008 hat die Bank keine Dividende mehr ausgeschüttet. Die meisten Analysten rechnen damit, dass es frühestens für 2015 wieder für eine Ausschüttung reichen könnte.

Dax korrigiert nach fünf Prozent Anstieg der letzten Tage

Der Dax fällt vorbörslich leicht zurück, hält sich aber über der Marke von 9500 Punkten. Am Mittwoch war das Marktbarometer um 0,65 Prozent auf 9540 Punkte gestiegen. Damit verlor der Dax die Marke von 9600 Punkten wieder aus dem Blick. Vom Tiefpunkt der jüngsten Korrektur in der vergangenen Woche hat der Leitindex jedoch bereits wieder mehr als fünf Prozent zugelegt.

Negative Vorgaben aus den USA und Fernost

Die Vorgaben aus Asien sind schlecht. Die Börse in Tokio verlor zwischenzeitlich fast zwei Prozent. Auch die Wall Street hatte am Mittwoch nach einer viertägigen Rally eine Verschnaufpause eingelegt. Eine der wichtigsten Bremsen waren die Titel von Procter & Gamble, die nach der Senkung von Geschäftszielen unter die Räder kamen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit 15.964 Punkten 0,2 Prozent schwächer.


Der Chiphersteller Infineon dürfte seinen Aktionären auf der heutigen Hauptversammlung einen positiven Geschäftsverlauf in Aussicht stellen. Das Unternehmen profitiert von guten Geschäften mit der Automobilindustrie und mit Chipkarten. Auch der Handy- und Tablet-Boom dürfte für Rückenwind sorgen.

Arbeitgeber und Gewerkschaft starten am heutigen Donnerstag in Bonn die Tarifrunde bei der Telekom Deutschland GmbH und der Konzernzentrale. Für die insgesamt 72.000 Beschäftigten fordert Verdi Einkommensverbesserungen von 5,5 Prozent.

Die Aktionäre von Kabel Deutschland stimmen heute endgültig über die Übernahme des Netzbetreibers durch Vodafone ab. Zwar ist der Deal längst in trockenen Tüchern. Damit der Mobilfunkkonzern aber wirklich das Sagen bei Kabel Deutschland hat, muss noch der zwischen den Unternehmen ausgehandelte Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag gebilligt werden. Nötig ist dafür eine Mehrheit von 75 Prozent. (mit dpa und Reuters)

0 Kommentare

Neuester Kommentar