Börse : Dax ausgebremst

Enttäuschende Konjunkturdaten aus Amerika haben am Donnerstag mit einem Schlag die Kursgewinne des Dax zunichtegemacht.

Der Leitindex, der sich im Laufe des Morgens bis auf 6540 Zähler hochgearbeitet hatte, notierte am Nachmittag 0,5 Prozent im Minus bei 6428 Zählern. Erst gegen Handelsschluss erholten sich die Kurse wieder etwas. Der Dax schloss gut behauptet mit 0,5 Prozent im Plus bei 6489 Zählern.

Experten zufolge vermiesten vor allem schwache Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt die Stimmung. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren stärker gestiegen als erwartet. „Damit haben sie ein Niveau erreicht, das eine Rezession auf dem Arbeitsmarkt andeutet“, sagte M.M. Warburg-Volkswirt Jörg Rahn. Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt fielen dagegen durchwachsen aus. Die amerikanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2008 nach ersten Berechnungen mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Rate von 1,9 Prozent gewachsen, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Dies ist jedoch ein vorläufiger Wert. Ökonomen hatten im Durchschnitt ein Plus von 2,3 Prozent erwartet.

Die am Donnerstag von den Unternehmen vorgelegten Zahlen fielen nach Meinung eines Händlers im Großen und Ganzen gut aus. „Aber jetzt liefern die Unternehmen auch erst die Ergebnisse für das zweite Quartal ab – ich kann mir nicht vorstellen, dass es im dritten und vierten Quartal so weitergeht“, warnte er.

An der Spitze der Dax-Gewinner stand die Aktie der Deutschen Telekom, die sich um 2,3 Prozent verteuerte. Händler begründeten dies mit den positiven Bilanzen der Konkurrenten France Télécom und Telefónica. Deren Aktien zogen um 2,9 Prozent beziehungsweise um zwei Prozent an. Auch Bayer erwies sich mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent als Zugpferd für den Dax. Einen Tag nach Vorlage von Quartalszahlen haben zahlreiche Analysten zwar das Kursziel für den Bayer-Titel gesenkt, doch ihre positive Einschätzung für die Aktie bekräftigt. Dagegen stand die BASF-Aktie trotz eines überraschend starken Ergebnisanstiegs auf der Verliererseite. Sie gab 1,1 Prozent nach. „Am Markt hatte man damit gerechnet, dass die Zahlen gut ausfallen werden“, sagte ein Händler. „Da nehmen einige offenbar Gewinne mit.“

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,50 (Vortag: 4,49) Prozent. Der Rentenindex sank um 0,38 Prozent auf 114,26 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,29 Prozent auf 111,62 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5611 (1,5589) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6406 (0,6415) Euro. Tsp

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