Börse : Dax im Sog der Commerzbank

Massive Kursverluste der Commerzbank-Aktie haben am Montag den Dax nach unten gezogen. Die Bank-Aktie verlor bis kurz vor Handelsschluss knapp zehn Prozent. Die Commerzbank, die am Sonntagabend die Übernahme der Dresdner Bank angekündigt hatte, büßte damit gut 1,3 Milliarden Euro ihres Börsenwertes ein. Da die Aktien knapp ein Drittel der Dax-Umsätze ausmachen, sackte der Dax zeitweise ebenfalls um bis zu 1,3 Prozent ab. Zuletzt notierte er mit 6440 Zählern 0,3 Prozent im Plus. Von der US-Börse kamen keine Impulse – sie war am Montag geschlossen. Der M-Dax für die Nebenwerte gab bis zuletzt 0,3 Prozent auf 8658 Punkte nach. Der Tec-Dax notierte fast unverändert bei 827 Punkten.

Während die Bundesregierung die Aussichten der größten deutschen Bankenübernahme seit Jahren positiv beurteilt, sind Börsianer skeptisch. Viele halten den Kaufpreis für die Dresdner Bank von fast zehn Miliarden Euro für zu hoch. „Bislang haben nur wenige Bankenfusionen geklappt. Es gibt noch viele Ungereimtheiten und es ist deshalb offen, ob es von Erfolg gekrönt sein wird einen zweiten nationalen Champion hinter der Deutschen Bank zu schmieden“, sagte ein Börsianer in Frankfurt. Auch der zweistufige Übernahmeprozess wurde als Hemmschuh für die Erzeugung von Synergieeffekten bemängelt.

Gegen die Abwärtsbewegung des Dax stemmten sich vor allem Autowerte wie Daimler und BMW, die 1,5 beziehungsweise 1,2 Prozent zulegten. Der Grund: An den Ölmärkten entspannte sich die Lage zu Wochenbeginn etwas und der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl fiel wieder unter 115 Dollar. Analysten nannten als Begründung den nachlassenden Hurrikan „Gustav“, der inzwischen als Sturm der Kategorie 2 gesehen wird. Bislang war er als „Kategorie 3“-Sturm eingestuft worden.

Titel von Pro Sieben Sat 1 Media büßten 3,4 Prozent ein. Händlern zufolge gibt es am Markt Gerüchte um eine Kapitalerhöhung, was die Aktie belaste. Das Unternehmen dementierte dies allerdings. Im Tec-Dax weiteten IDS-Scheer- Titel ihre Verluste aus dem frühen Handel auf 6,9 Prozent aus. Händler verwiesen auf schwindende Übernahmefantasie, da August-Wilhelm Scheer, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der IDS Scheer AG, an seinem Anteil von 41 Prozent der Aktien festhalten will.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,20 (Freitag: 4,21) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,22 Prozent auf 116,61 Punkte. Der Bund Future legte um 0,27 Prozent auf 114,47 Zähler zu. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4621 (Freitag: 1,4735) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6839 (0,6787) Euro. Tsp

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